2026 ist das letzte Jahr, in dem das klassische Klebe-Pickerl erhältlich ist. Laut ASFINAG wird die feuerrote Klebevignette 2026 letztmalig angeboten – ab dem Vignettenjahr 2027 gibt es ausschließlich die digitale Variante, bei der die Maut über das Kennzeichen abgewickelt wird. Der österreichische Nationalrat hat diese Umstellung mit den Stimmen von ÖVP, SPÖ und NEOS beschlossen.

Wer die Digitale Jahresvignette online über den ASFINAG-Mautshop kauft, muss eine Besonderheit beachten: Aus Konsumentenschutzgründen ist sie erst 18 Tage nach dem Kauf gültig. Wer sie sofort braucht, sollte sie direkt an einem ÖAMTC-Stützpunkt oder einer anderen offiziellen Verkaufsstelle erwerben – dort gilt sie unmittelbar ab Kauf. Die Preise wurden für 2026 um 2,9 Prozent angehoben; die Pkw-Jahresvignette überschreitet damit erstmals die 100-Euro-Marke.

Ungarn: Regionale Vignetten und massive Preiserhöhung

Seit Anfang 2026 gibt es in Ungarn neben der landesweiten Jahresvignette neue regionale Jahres-E-Vignetten. Besonders relevant für österreichische Grenzpendler ist die E-Vignette „M1″ für die westungarischen Komitate Pest, Fejér, Komárom-Esztergom und Győr-Moson-Sopron. Wer regelmäßig nach Sopron, Győr oder Budapest fährt, spart damit laut ÖAMTC rund 120 Euro gegenüber der landesweiten Jahresvignette. „Regionale Vignetten können für bestimmte Fahrten eine kostengünstige Alternative sein – allerdings nur, wenn man sich genau innerhalb der jeweiligen Gültigkeitsbereiche bewegt”, so ÖAMTC-Expertin Yvette Polasek.

Ebenfalls neu: Seit 1. Jänner 2026 ist die Autobahn M6 bis Ivándárda – unmittelbar an der kroatischen Grenze – vignettenpflichtig. Für Wohnmobile und Lkw über 3,5 Tonnen, die bislang Streckenmaut zahlten, wurden die Tarife laut ÖAMTC zum Jahresbeginn um 4,3 Prozent erhöht, ab 1. März 2026 folgte eine weitere Anhebung – insgesamt beträgt die Steigerung gegenüber 2025 rund 35 Prozent. Eine Ausnahme gilt neu für historische Fahrzeuge, die eine Befreiung bei der nationalen Mautbehörde beantragen können.

Bulgarien: Neue Tagesvignette für Transitreisende

Seit 3. Februar 2026 bietet Bulgarien eine Tagesvignette um acht BGN (rund vier Euro) an. Sie eignet sich vor allem für den Transitverkehr und ergänzt die bestehenden Zeitvignetten um eine flexible Kurzoption.

Slowenien: Weniger Vignettenpflicht an der Küste

Wie der ÖAMTC mitteilte, wurden in Slowenien für 2026 weder neue Vignetten eingeführt noch Preise erhöht. Neu ist jedoch: Seit 1. Jänner 2026 ist für die Nutzung der Küsten-Schnellstraße sowie der Schnellstraßen H5 und H6 keine E-Vignette mehr notwendig. Die Regelung gilt befristet bis zum Bau der Schnellstraße Koper–Dragonja.

Kroatien: Schluss mit Mautstationen ab Herbst

Wer im Sommer 2026 nach Kroatien fährt, kann an den Mautstellen noch wie gewohnt bar oder mit Karte zahlen – bis einschließlich August bleibt das bisherige System bestehen. Ab September 2026 beginnt jedoch die schrittweise Umstellung auf das neue digitale Free-Flow-System namens „Crolibertas”. Laut ÖAMTC werden die klassischen Mautstationen bis Ende Februar 2027 durch rund 212 Mautportale und 1.744 Kameras ersetzt; gestartet wird auf der Autobahn A3 zwischen Zagreb und Lipovac. Der offizielle landesweite Start ist für 1. März 2027 geplant.

Die Bezahlung erfolgt künftig entweder über eine vorab registrierte Kennzeichenerfassung oder eine Mautbox. Bargeld an der Autobahn entfällt, das Konto kann aber weiterhin an Tankstellen oder HAC-Verkaufsstellen aufgeladen werden. Wer ohne gültige Registrierung unterwegs ist, muss laut aktuellen Berichten mit Strafen ab rund 300 Euro rechnen – und diese können auch grenzüberschreitend in Österreich oder Deutschland eingetrieben werden. Die kroatische Regierung hat beim Vertragsabschluss betont, dass keine Preiserhöhung durch die Umstellung geplant ist.