Das Video zeigt: Dutzende Schulkinder befanden sich in unmittelbarer Nähe des Messer-Angreifers. Sie waren offenbar in Lebensgefahr, liefen in Panik davon.
Die Aufnahmen, die nach Angaben des Videoinhabers bereits am Morgen der Polizei für die Ermittlungen übergeben wurden, zeigen dramatische Szenen. Nach NIUS-Informationen wurde der Polizei ein Video der Tat angeboten. Zuerst lehnten die Beamten ab, doch nach kurzer Rückfrage bestand doch Interesse an dem Material. NIUS fragte die zuständige Polizeistelle an – eine Antwort steht noch aus.
Passanten laufen panisch über den Bahnsteig
Zunächst sind mehrere Schulkinder und andere Passanten zu sehen, die panisch über den Bahnsteig laufen und sich offenbar vor einer akuten Gefahr in Sicherheit bringen. Wenige Augenblicke später erscheint der Täter mit einem gezückten Messer. Er irrt zunächst orientierungslos über den Bahnsteig, wirkt dabei jedoch durchgehend hochaggressiv und hält die Klinge einsatzbereit in der Hand.
Kurz darauf stürzt sich der Mann laut schreiend auf zwei Passanten und verfolgt sie über den Bahnsteig. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie er mit dem Messer mehrfach nach ihnen ausholt und die beiden Männer jeweils nur um wenige Zentimeter verfehlt.
Polizei spielte Fall zunächst herunter
In einer ersten Pressemitteilung ließ die Polizei wichtige Details des Messer-Terroristen einfach aus. Es entstand der Eindruck, dass der Mann den Zug verließ und ereignislos festgenommen werden konnte. Das Videomaterial legt ein deutlich anderes Bild offen. Lesen Sie die Vorabmeldung der Polizei hier im Wortlaut:
„Am 15.07.2026 um 07:17 Uhr ging eine telefonische Mitteilung über eine männliche Person mit Messer in der Regionalbahn 53 am Bahnhof Ruhpolding ein. Kurz darauf verließ der Mann den Zug und den Bahnhofsbereich. Zahlreiche Polizeikräfte fahndeten daraufhin im Ortsbereich Ruhpolding und konnten den Mann kurze Zeit später widerstandslos festnehmen. Es wurde niemand verletzt und es besteht keine Gefahr für die Bevölkerung. In der Turnhalle der Grundschule Ruhpolding wurde eine Betreuungsstelle eingerichtet. Personen, welche den Mann beobachtet haben oder selbst bedroht wurden, werden gebeten sich dorthin zu begeben.“
Der Mann soll auf Arabisch geschrieben haben
Nach NIUS-Informationen hat der Mann während des Angriffs laut auf Arabisch herumgeschrien.
Der Afghane wurde nach etlichen Notrufen von Einsatzkräften festgenommen. Er habe nach mehreren Aufforderungen das Messer fallengelassen, berichtet die Polizei.
Nach Angaben der Polizei handelt es sich um einen 28-jährigen Asylbewerber aus Afghanistan mit Aufenthaltserlaubnis im Landkreis Traunstein. Er befindet sich derzeit im Polizeigewahrsam.

Im Regionalexpress zückte er das Messer bereits
Angefangen hatte laut Polizei alles mit einer Fahrkartenkontrolle in der Regionalbahn 53. Dabei wurde der Afghane aggerssiv und zog plötzlich ein Messer. Der Schaffner wurde damit bedroht, ehe beide den Zug verließen und sich der Vorfall vor den Zug verlagerte. Eine Augenzeugin berichtet, der Mann soll zuvor eine Zugbegleiterin, die ihn zum Aussteigen aufgefordert hatte, geschubst haben. Als der Kollege hinzukam, habe der Mann eine rund 15 Zentimeter lange Messerklinge gezogen.
Nach NIUS-Informationen hatte der Afghane zuvor bereits laut im Zug telefoniert, auf Deutsch von „Deutschland“ und „Kindern“ gesprochen.
Kurz nach 7 Uhr gingen mehrere Notrufe bei der Polizei ein. Daraufhin rückten Einsatzkräfte der Polizei Traunstein, der Polizeistation Ruhpolding, der Verkehrspolizei, der Grenzpolizei, der Zentralen Einsatzdienste sowie der Bundespolizei an.
Während der Tat hielten sich zahlreiche Kinder und Jugendliche am Bahnhof auf. Viele rannten aus Angst davon. Drei Kinder verletzten sich dabei leicht.
Tatverdächtiger flüchtete zunächst
Der Tatverdächtige flüchtete anschließend zu Fuß in Richtung Kurpark. Dort entdeckten ihn Polizeibeamte. Erst nachdem die Einsatzkräfte mehrfach auf ihn eingeredet hatten, ließ der Mann das Messer fallen. Er wurde anschließend ohne Widerstand festgenommen.
Weil Dutzende Menschen den Vorfall miterlebt hatten, richteten Polizei, Rettungsdienst, Schulamt und Landratsamt in der Turnhalle der Grund- und Mittelschule Ruhpolding eine Betreuungsstelle ein. Dort wurden insgesamt 43 Kinder und Jugendliche sowie 15 Erwachsene betreut und als Zeugen erfasst.
Die weiteren Ermittlungen führt die Bundespolizei Freilassing. Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben oder selbst von dem Mann bedroht wurden, werden gebeten, sich bei der Bundespolizei zu melden. Seitens der Polizei hieß es, dass wegen „Bedrohung“ ermittelt werde. NIUS fragte an, ob sich daran etwas geändert hat und ob ein Terrorverdacht besteht.
Dieser Beitrag ist ursprünglich bei unserem Partner-Portal NIUS erschienen.

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