Wenn Sie sich kurz einmal vorstellen und erzählen Sie uns seit wann und wo Sie in der Pflege tätig sind.
Was sind die Hauptprobleme in der Pflege und seit wann gibt es diese?
Die Probleme der Pflege sind sehr vielfältig, sie beginnen bei der Struktur dem nicht adäquaten Einsatz der Disziplinen und tlw. auch beim Führungspersonal und manchen Träger bis hin zum Personalmangel (der oft an den oben erwähnten Gründen liegt) wodurch auch wiederum Krankenstände, Burnout, einher gehen. Somit wieder das Problem Mangel an Personal. Aber auch die vorher schon angesprochene Ebene des Mittleren Managements, die teilweise gegen das eigene Personal agiert. Thema Ersatz – und Zusatzdienste, Sachen die teilweise schon fast an Erpressung grenzen.
Wie könnte man vernünftig Gegensteuern und was müsste sich schlagartig ändern?
Attraktivierung des Berufs, Entlastung durch Digitalisierung und Bürokratieabbau (Stichwort Delegation: Verwaltungsaufgaben sollten konsequent von Pflegefachkräften auf administrative Assistenzkräfte übertragen werden), Stärkung der mobilen Pflege und Angehörigen, Bundesweite Standards-Einheitliche Qualitätsstandards, Einheitliche Besoldung uvm
Wie lange weiß die Politik von den Problemen und was wurde bisher seitens der Regierung dagegen unternommen?
Die Politik weiß um die Probleme der Pflege seit vielen Jahrzehnten Bescheid. Konkret wurde alles vor ca. 20 Jahren, wo auf einmal illegale 24 Std. Kräfte aufgetaucht sind. War da nicht auch Wolfgang Schüssel involviert, der eine dieser Kräfte für seine Mutter hatte? Bund, Länder und Gemeinden schieben sich ewig schon die Verantwortung hin und her, was zu einem Dauerproblem geworden ist. Die Politik macht unterm Strich nichts, denn alles, was gemacht wird geht in den meisten Fällen an den wahren Problemen der Pflege vorbei. Außer es sind Wahlen, dann kommen sie Fotos machen, und beteuern, wie wichtig wir Pflegekräfte sind danach passiert sowieso wieder nichts.
Sind Pflegekräfte aus dem Osten oder Asien wirklich die Lösung?
Sind sie eine Lösung? Jein. Klar stopft man damit die Löcher der dünnen Personaldecke, aber leider hat man dann auch oft Kulturelle, sprachliche und Anschauungsprobleme, was die Arbeit für viele auf den Stationen noch mehr erschwert. Ich möchte zu diesem Punkt auch noch erwähnen das Männer aus Afghanistan und Syrien ebenfalls in gar keinem Fall die Lösung der Pflegeprobleme sind.
Wie könnte man den Pflegeberuf für junge Menschen attraktiv machen?
Bei dieser Frage muss ich etwas ausholen, denn wenn ich sehe das bei Schulveranstaltungen (zum Beispiel PTS) wo Firmen sich vorstellen und den eigenen Beruf bewerben, die Pflegebrache nicht mal dabei ist-da braucht man nicht mehr über attraktiver machen sprechen, denn das ist eine reine Bankrotterklärung seitens der Pfleg e.Aber ok, wie kann man es attraktiv machen: Innovative Ausbildungswege, bessere Strukturen, Digitalisierung, Bessere Work Life Balance, Image und Kommunikation verbessern, weg mit den veralteten Strukturen, Social Media involvieren wie TikTok, Instagram usw, Boys’ Day & Schnuppertage. Die Pflege wirkt einfach altbacken und verstaubt, genauso wie manche Politiker, die von unserem Beruf null Ahnung haben.
Was sind die möglichen Konsequenzen, wenn sich nichts ändert. Wie wird das für diese Branche enden?
Mögliche Konsequenzen sind die Unterversorgung von den zu betreuenden Personen, ganz einfach. Dann kommt die auch in der einen oder anderen Pflegeeinrichtung praktizierte “Husch Pfusch” Pflege. Die Branche wird es immer geben, die Frage ist letztendlich wie gehen wir mit den alten und zu betreuenden Menschen in dieser Gesellschaft um. Wollen wir schlechte, aber billige Pflege oder soll es eine hoch qualitative und professionelle Pflege sein?
Stimmt es, dass Menschen, die noch nie in unser Sozialsystem eingezahlt haben, bei der Pflege sogar bevorzugt werden?
Das stimmt leider teilweise, aber man muss hier sicherlich auch genauer hinsehen. Fakt ist, es kann nicht sein das Pensionistinnen und Pensionisten, aber auch die arbeitende Bevölkerung und deren Kindern zu Bittstellern bei Ärzten oder Krankenhäusern werden für Termine oder Behandlungen. Das ist eines Sozialstaates unwürdig und absolut inakzeptabel.
Hätten Sie persönliche Ideen, die man sofort umsetzen könnte?
Wasserkopf Abbau – das heißt weg mit den alten, verstaubten Chefitäten in der Pflegebranche, Verwaltungen verkleinern, mehr Fokus auf die Pflege zu Hause. Unumgänglich ist eine umfassende Pflegereform von Menschen die Ahnung von der Materie haben.

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