Es ist eine Offensive mit Ansage: Mobilitätsminister Peter Hanke (SPÖ) hat in der vergangenen Woche die österreichweite Informationskampagne „Keine E-ngste mehr!” präsentiert. Ab Juni soll sie über Plakate, TV-Spots, YouTube und Social Media ausgespielt werden und die Bevölkerung von der E-Mobilität überzeugen. Begleitet wird das Ganze von einer überarbeiteten Plattform emove-austria.gv.at samt eigener Fakten-Seite zu den drei „E-ngsten” Laden, Kosten und Batterie.
„Für mehr als die Hälfte sollte das nächste Auto ein E-Auto werden"
Grundlage der Kampagne ist eine repräsentative Umfrage des Instituts market mind im Auftrag des Ministeriums, für die im Mai heuer 1.000 Österreicher befragt wurden. Das zentrale Ergebnis, das Hanke betont: 64 Prozent der Menschen mit konkreter Kaufabsicht in den nächsten zwölf Monaten sehen E-Autos positiv.
Doch dieselbe Studie liefert auch eine Zahl: Nur 28 Prozent der Befragten stehen E-Autos eher ablehnend gegenüber. 43 Prozent haben eine positive Einstellung, 30 Prozent eine neutrale. Anders gesagt: Knapp drei Viertel der Österreicher haben gegen E-Mobilität gar nichts einzuwenden oder sind ihr wohlgesonnen. Dennoch sieht der Minister die Dringlichkeit einer österreichweiten Kampagne gegeben.
„Ich bin ein Verfechter von klaren Analysen und handfesten Zahlen, die entsprechende Ableitungen und Initiativen für den Umstieg auf E-Mobilität ermöglichen“, führte Hanke weiter aus, „und daher werden wir nun neben dem Angebot an Ladeinfrastruktur auch beim Angebot an Informationen mit einer entsprechenden Kampagne zu E-Mobilität in die Offensive gehen. Damit verfolgen wir konsequent unser Ziel, mit eMOVE Austria eine gelungene Mischung aus Förderungen und notwendigen Initiativen zu bieten, die E-Mobilität für uns alle attraktiver zu machen!“, so Hanke.

Bei der präsentierten Umfrage handelt es sich um eine sogenannte Nullmessung. Sie wurde vor dem Start der Kampagne erhoben und dient als Vergleichswert für eine spätere Befragung. Im Kern misst die Studie damit auch den Erfolg der eigenen Werbung – finanziert vom selben Ministerium, das die Kampagne in Auftrag gegeben hat.
Die inhaltliche Stoßrichtung verteidigt Martin Russ, Geschäftsführer von AustriaTech: „Die Studie belegt, dass bei den Anschaffungsinteressierten Aufklärung und Bewusstseinsbildung der Hebel ist, um das in dieser Gruppe bereits bestehende, offene Mindset zu nutzen.” Die Befragten würden Reichweite, Ladedauer und Betriebskosten systematisch unterschätzen – tatsächlich erreichen aktuelle Modelle laut Ministerium im Schnitt rund 400 Kilometer Realreichweite, an Schnellladepunkten sind 80 Prozent Ladung in etwa 30 Minuten möglich.
Bemerkenswert ist freilich die Optik der Kampagne selbst: Die Werbesujets inszenieren die Vorbehalte als schrullige Horrorfiguren auf der Rückbank – ein „negativer Trip”, wie es in der „Nachtflug”-Runde hieß, der dem Publikum die Argumente gegen die E-Mobilität gleich mitliefere. Viele weitere Interpretationen dessen können sie auch in der neusten Folge des Nachtflug sehen und hören:

Kommentare
Lädt Kommentare...