Es sind brisante Dokumente: Interne E-Mails aus der Spitze der US-Gesundheitsbehörde NIH legen nahe, dass führende Beamte Forschung zu neurologischen Impf-Nebenwirkungen am liebsten gestoppt hätten. Das berichtet das US-Medium „The Epoch Times”. Veröffentlicht wurden die Mails von der Organisation Informed Consent Action Network (ICAN).

Im Zentrum steht Avindra Nath, leitender Forscher am NIH-Institut für neurologische Erkrankungen. Er untersuchte 2020 und 2021 Menschen, die nach der Corona-Impfung neurologische Probleme entwickelt hatten. In einem Manuskript-Entwurf hielt er fest: Eine frühe Erkennung und Behandlung mit Kortikosteroiden könne die Symptome rückgängig machen.

„Ich verstehe nicht, warum Walter das nicht abdreht"

Sein Institutsleiter Walter Koroshetz leitete das Papier an Anthony Fauci weiter, damals Chef eines anderen NIH-Instituts. Es gebe einen „stetigen, langsamen Strom” von Meldungen über neurologische Zustände nach der Impfung, überwiegend Störungen der peripheren Nerven, schrieb Koroshetz – schränkte aber ein, dass der zeitliche Zusammenhang allein noch keine Ursächlichkeit belege.

Als das Manuskript schließlich den damaligen NIH-Direktor Francis Collins und den ranghohen Beamten Lawrence Tabak erreichte – das renommierte „New England Journal of Medicine” hatte es bereits abgelehnt –, reagierte die Behördenspitze reserviert. Collins fragte, wie die 32 Patienten überhaupt zu Nath gekommen seien; das lasse offen, ob solche Fälle häufig oder selten seien.

Deutlicher wurde Collins dann in der Bewertung: Der Ansatz von Naths Team sei „sehr beunruhigend”. Anekdoten zu sammeln und daraus einen Fall zu bauen, sei wissenschaftlich nicht überzeugend – und werde vor allem Impfskepsis und eine Überreaktion in den sozialen Medien befeuern. Tabak schrieb daraufhin privat an Collins: „Ich verstehe nicht, warum Walter das nicht abdreht.”

Studie erschien nie in einem Fachjournal

Die von ICAN veröffentlichte Erklärung ordnet die Funde vorsichtig ein: Die Mails würden zwar nicht beweisen, dass Collins, Tabak oder Fauci ausdrücklich angeordnet hätten, das Manuskript fallenzulassen – sie warfen aber ernste Fragen auf, ob die NIH-Führung die mögliche Wirkung auf das Impfvertrauen als Grund gesehen habe, die Veröffentlichung zu unterdrücken.

Tatsache ist: Die Studie erschien nie in einem Fachjournal. Sie wurde im Mai 2022 als Preprint veröffentlicht.

Eine der betroffenen Patientinnen war die pensionierte Gastroenterologin Danice Hertz, die nach der Impfung schwere Beschwerden erlitt. Sie habe immer geglaubt, dass Fauci Nath angewiesen haben müsse, den Kontakt zu den Patienten abzubrechen – man sei ohne Erklärung plötzlich aus Naths Behandlung entlassen worden. „Jetzt weiß ich, dass mein Verdacht zutraf”, sagte Hertz der „Epoch Times”. Collins, Fauci und Nath ließen Anfragen unbeantwortet, Tabak war nicht erreichbar.