Nach Angaben des Sozialministeriums waren Ende Mai insgesamt über 378.000 Personen beim Arbeitsmarktservice (AMS) als arbeitslos oder in Schulung registriert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht das einem Anstieg von 0,8 Prozent. Auch die Arbeitslosenquote legte zu. Sie erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte und liegt nun bei 7,1 Prozent.

Weniger offene Stellen gemeldet

Parallel dazu ist die Zahl der beim AMS gemeldeten offenen Stellen zurückgegangen. Ende Mai waren rund 79.000 sofort verfügbare Jobs ausgeschrieben. Das entspricht einem Rückgang von 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein etwas breiteres Bild zeichnet hingegen der Stellenmonitor des Wirtschaftsbund. Dieser erfasst auch Angebote auf Online-Jobplattformen und kommt aktuell auf rund 167.000 offene Stellen österreichweit.

Schwache Konjunktur belastet den Arbeitsmarkt

Experten sehen die anhaltend schwache Konjunktur als Hauptursache für die Entwicklung. Viele Unternehmen agieren bei Neueinstellungen weiterhin vorsichtig oder verschieben geplante Personalaufnahmen. Besonders betroffen sind Branchen, die bereits seit längerer Zeit unter einer schwachen Nachfrage leiden.

Ministerin fordert Chancen für ältere Arbeitnehmer

Korinna Schumann sieht vor allem bei der Beschäftigung älterer Arbeitnehmer Handlungsbedarf. Die Arbeits- und Sozialministerin appellierte an die Unternehmen, ihre Personalpolitik anzupassen. „Ältere Arbeitssuchende müssen vor allem in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Chance auf einen Wiedereinstieg ins Erwerbsleben haben“, betonte Schumann. Ob sich die Lage am Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten verbessert, hängt wesentlich von der wirtschaftlichen Entwicklung ab. Solange die Konjunktur schwach bleibt, rechnen Experten mit einer nur langsamen Entspannung und weiterhin erhöhten Arbeitslosenzahlen.