Auf dem Weg von der Türkei nach Düsseldorf ist es an Bord einer Maschine der Turkish Airlines zu einem gewalttätigen Zwischenfall gekommen: Ein Passagier weigerte sich, neben einer Frau Platz zu nehmen – und ohrfeigte eine Flugbegleiterin, als sie ihn zur Rede stellte.
Der Vorfall ereignete sich bereits am Montag, dem 1. Juni, gegen 06:00 Uhr, beschäftigt die Behörden aber weiterhin. Der Mann sei während des Fluges ausfällig geworden, weil er den Sitzplatz neben einer Frau ablehnte. Als ihn eine Flugbegleiterin darauf ansprach, soll er ihr unmittelbar ins Gesicht geschlagen haben, berichtet ö24.
Berufung auf die Scharia
Nach der Landung am Flughafen Düsseldorf rückte umgehend die Bundespolizei aus, um eine Anzeige wegen Körperverletzung aufzunehmen. Zum Hintergrund erklärte ein Polizeisprecher: „Laut ersten Zeugenaussagen habe der Mann sich auf die Scharia berufen und lehnte es ab, neben einer Frau zu sitzen.” In der folgenden Auseinandersetzung soll der Fluggast die Stewardess geohrfeigt haben.
Die Scharia ist das islamische Rechtssystem, das unter anderem strenge Vorschriften zur Geschlechtertrennung kennt. In Deutschland und Österreich hat sie keinerlei rechtliche Gültigkeit – der Fall reiht sich damit in eine Debatte ein, in der religiös begründete Verhaltensregeln mit dem geltenden Recht und den Grundwerten der Aufnahmegesellschaft kollidieren.
Polizei Düsseldorf ermittelt
Inzwischen hat die Bundespolizei die Strafanzeige an die zuständige Polizei Düsseldorf übergeben, die nun die weiteren Ermittlungen führt. Bei dem Beschuldigten soll es sich um einen 29-jährigen Deutschen aus dem Ruhrgebiet mit türkischem Migrationshintergrund handeln. Gegenüber den Beamten der Bundespolizei soll er die Tat bereits zugegeben haben.

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