Kürzungen bei Strecken drohen

Sollten die Kosten nicht sinken, könnte die Airline künftig deutlich vorsichtiger agieren. Statt Wachstum könnte laut Mann sogar eine Verkleinerung des Angebots notwendig werden. Besonders gefährdet seien dabei kurze Flugverbindungen und Strecken in die Bundesländer. Zusätzlichen Druck erzeugt die enge Verbindung zur Lufthansa. Die AUA-Mutter könne Flugzeuge relativ rasch an andere Standorte verlagern, da die Österreich-Tochter derzeit vor allem Standardmaschinen nutze.

AUA lockt mit neuen Jobs

Gleichzeitig versucht Mann, die Politik mit möglichen Investitionen zu überzeugen. Sollten sich die Rahmenbedingungen verbessern, könne die AUA weiter wachsen. Konkret stellt die Airline zwei zusätzliche Langstreckenflugzeuge in Aussicht. Damit verbunden wären laut Mann rund 700 hochwertige Arbeitsplätze.

Auch Ryanair kritisiert Wien

Mit ihrer Kritik steht die AUA nicht alleine da. Auch Michael O’Leary, Chef der Billigfluglinie Ryanair, beklagt seit längerem die hohen Kosten in Wien. Ryanair hat bereits Flugzeuge aus Wien abgezogen und droht ebenfalls mit weiteren Kürzungen. Während O’Leary regelmäßig öffentlich gegen die Politik schießt, setzt Annette Mann allerdings auf Gespräche und Kooperation.

Neue Billigtickets ohne Koffer

Für Diskussionen sorgt derzeit auch ein neues Sparangebot der AUA. Die Airline bietet künftig Billigtickets ohne Aufgabegepäck an. Laut Mann steckt dahinter vor allem ein strategischer Grund: In Online-Preisvergleichsportalen müsse die AUA mit günstigen Einstiegspreisen sichtbar bleiben. Da rund 75 Prozent der Tickets außerhalb Österreichs verkauft würden und viele Kunden über Vergleichsplattformen buchen, sei eine gute Platzierung entscheidend. Die meisten Passagiere würden später ohnehin Zusatzleistungen wie Handgepäck, Sitzplatzreservierungen oder Essen dazubuchen, erklärt die AUA-Chefin.