Am Samstagabend versammelten sich zahlreiche Bewohner in den Tuchlauben. Zwischen den historischen Häusern hing ein unübersehbares Transparent mit der Botschaft: „Stoppt die Auto-Poser!“

Trotz Ferienzeit kamen viele Unterstützer zusammen. Zahlreiche weitere Anrainer bekundeten ihre Solidarität, auch Politiker verschiedener Parteien zeigten Präsenz, berichtet die Krone. Für Anrainer Peter P. ist die Situation seit Jahren unerträglich. Jeden Freitag und Samstag verwandeln sich die Gassen der Innenstadt in eine Bühne für Poser.

Ab den Abendstunden rollen Kolonnen hochmotorisierter Fahrzeuge durch die Straßen. Aufheulende Motoren, laute Musik und Hupkonzerte rauben den Bewohnern bis weit nach Mitternacht den Schlaf.

Besonders ärgerlich: Unter der Woche herrscht in denselben Straßen oft nahezu völlige Ruhe. Für die Anrainer ist deshalb klar, dass es sich nicht um gewöhnlichen Verkehr handelt, sondern um gezielte Rundfahrten.

Die Forderung: Nachtfahrverbot statt endloser Diskussionen

Die Geduld der Bewohner ist erschöpft. Sie verlangen ein Nachtfahrverbot für die besonders betroffenen Bereiche der Innenstadt.

„Es wird ständig geprüft und diskutiert – passiert ist aber bisher kaum etwas“, lautet der Vorwurf vieler Demonstranten.

Auch aus anderen Straßenzügen wie der Singerstraße oder der Bäckerstraße melden sich inzwischen immer mehr Betroffene. Zwar führt die Polizei regelmäßig Schwerpunktaktionen gemeinsam mit Magistrat und Schnellrichtern durch, doch aus Sicht der Anrainer ändern die Kontrollen wenig.

Kaum ist ein Einsatz beendet, kehren die Poser zurück und drehen erneut ihre Runden durch die Innenstadt.

Kleine Erfolge machen Mut

Ganz ohne Wirkung blieb die Demonstration allerdings nicht. Weil die Kundgebung die gewohnte Route blockierte, mussten zahlreiche Poser umkehren.

Viele hätten sichtlich enttäuscht reagiert, berichten Teilnehmer. Genau darauf setzen die Organisatoren: Wer nicht mehr ungestört im Kreis fahren kann, verliert möglicherweise die Lust an den nächtlichen Ausfahrten. Für die Initiative steht fest: Aufgeben ist keine Option. Sollte sich die Situation nicht verbessern, wollen die Anrainer ihre Proteste auch im Herbst fortsetzen.

Ob mit Jacken, Punsch oder sogar einem Grill – die Botschaft ist eindeutig: Die Bewohner wollen sich ihre Innenstadt zurückholen und den nächtlichen Lärm nicht länger hinnehmen.