Die Ermittler sprechen von einer gigantischen Betrugsaktion. Über Wochen hinweg sollen im Großraum Wien Millionen betrügerische SMS verschickt worden sein – offenbar gezielt rund um Großveranstaltungen und ESC-Events.
High-Tech-Attacken aus dem Kofferraum
Der 32-jährige Verdächtige hatte laut Polizei einen sogenannten „SMS-Blaster“ im Kofferraum versteckt – ein Gerät, das bis zu 100.000 Nachrichten pro Stunde verschicken kann. Wer auf die gefälschten Paket- oder Mobilfunk-Nachrichten klickte, riskierte massive Probleme: Teilweise sollen sogar Telefonate und Notrufe blockiert worden sein.
Cobra schlug zu - und entdeckte Baby neben Spezial-Equipment
Die heiße Spur kam von einem Mobilfunkanbieter. Spezialisten der Polizei und der Cyber-Abteilung schlugen schließlich am 14. Mai zu: Cobra-Beamte stoppten den Verdächtigen in einem Auto und nahmen ihn fest. Kurios: Während den Betrugshandlungen saß sein sechs Monate alter Sohn auf der Rückbank. Da von derartigen Geräten eine erhebliche Strahlenbelastung ausgehen könne, werde dem Tatverdächtigen, neben dem Verdacht des versuchten gewerbsmäßigen Betrugs, die Gefährdung der körperlichen Sicherheit seines Sohnes zur Last gelegt, betont die Polizei. Bei der anschließenden Durchsuchung seines Autos und seiner Wohnung fanden die Ermittler weiteres Technik-Equipment, Handys, Computer und einen zweiten SMS-Blaster.
Weitere Ermittlungen gegen Hintermänner
Der Mann zeigt sich geständig und sitzt inzwischen in Haft. Jetzt wird auch gegen mögliche Hintermänner und Auftraggeber ermittelt. Für die Polizei ist klar: Der Fall zeigt, wie gefährlich moderne Cyberangriffe inzwischen geworden sind – besonders bei Großevents wie dem Song Contest.

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