Ausgelöst wurde das Chaos durch einen Ausfall des wichtigen Bahnfunk-Systems GSM-R, das die Kommunikation zwischen Lokführern und Fahrdienstleitern ermöglicht. Aus Sicherheitsgründen wurden daraufhin bundesweit sämtliche Züge an Bahnhöfen zurückgehalten.

Auswirkungen auf die ÖBB

Zwar blieb das österreichische Bahnnetz selbst von der technischen Panne verschont, dennoch hatte die Störung auch Auswirkungen auf die ÖBB. Nachtzüge und Güterzüge konnten an der deutschen Grenze nicht weiterfahren. Einige Verbindungen mussten kurzfristig umgeleitet werden. Erst kurz nach Mitternacht gelang es Technikern der Deutschen Bahn, die Situation mit einem Notfallsystem zu stabilisieren. Die ersten Züge konnten wieder fahren. Bahn-Chefin Evelyn Palla sprach von einem erfolgreichen Einsatz der IT-Experten, betonte aber gleichzeitig, dass die Ursache der Störung noch untersucht werden müsse.

Beispielloser Stillstand

Laut Medienberichten könnte ein fehlerhaftes Software-Update hinter dem Ausfall stecken. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es bislang nicht. Klar ist: Der Ausfall des Bahnfunk-Systems gilt als schwerwiegendes Sicherheitsproblem und führte innerhalb weniger Minuten zu einem beispiellosen Stillstand auf Deutschlands Schienen. Besonders pikant: Die Mega-Panne ereignete sich nur wenige Stunden vor einer wichtigen Aufsichtsratssitzung der Deutschen Bahn. Dort will Konzernchefin Palla ihre Pläne für die Zukunft des Unternehmens und umfangreiche Reformen präsentieren. Für tausende Fahrgäste blieb vorerst vor allem eines zurück: eine lange Nacht voller Verspätungen.