Vor allem Fahrgäste, die zwischen Wien und Vorarlberg pendeln, müssen sich auf längere Reisezeiten, geänderte Fahrpläne und zusätzliche Wartezeiten einstellen.

Deutsche Großbaustelle verändert den Verkehr in Mitteleuropa

Besonders weitreichende Folgen hat die Sperre der Bahnstrecke zwischen Passau und Obertraubling bei Regensburg. Die Arbeiten laufen vom 14. Juni bis zum 12. Dezember 2026 und betreffen nicht nur den deutschen Regionalverkehr, sondern auch zahlreiche internationale Verbindungen.

Während dieser Zeit können viele Güterzüge die Strecke nicht wie gewohnt nutzen. Stattdessen werden täglich rund 120 Güterzüge über alternative Routen geführt. Ein großer Teil davon verlagert sich auf die Strecke München–Salzburg–Wels, die dadurch deutlich stärker ausgelastet wird.

Die zusätzliche Belastung wirkt sich unmittelbar auf den Personenverkehr aus. Schnellzüge müssen auf einzelnen Abschnitten langsamer fahren, um die hohe Zugdichte bewältigen zu können.

Tirol-Reisende verlieren wertvolle Zeit

Für Fahrgäste zwischen Innsbruck und Wien bedeutet dies spürbare Verzögerungen. Allein die längere Fahrzeit auf den betroffenen Streckenabschnitten schlägt mit etwa 15 Minuten zu Buche. Hinzu kommen längere Aufenthalte in Innsbruck, damit die Verbindungen weiterhin mit den Fahrplänen der Arlbergbahn abgestimmt werden können.

Dadurch summieren sich die Verzögerungen auf insgesamt rund 30 Minuten für Reisende zwischen Wien und Vorarlberg.

München wird zum zentralen Umsteigeknoten – ICE-Linie entfällt

Mit der Sperre der Strecke über Passau verändern sich auch zahlreiche internationale Verbindungen. Die direkte ICE-Verbindung zwischen Wien und Nürnberg über Passau entfällt vorübergehend vollständig. Stattdessen setzen die Bahngesellschaften verstärkt auf alternative Streckenführungen über München und Salzburg.

Der Münchner Hauptbahnhof gewinnt dadurch weiter an Bedeutung und wird während der Bauphase für viele Reisende zum wichtigsten Umsteigepunkt zwischen Österreich und Deutschland.

Auch internationale Nachtzugverbindungen müssen angepasst werden. So verkehren mehrere Nightjet-Züge auf geänderten Routen, darunter Verbindungen nach Hamburg und Amsterdam.

Zusätzliche Bauarbeiten im Tiroler Unterinntal

Doch damit ist es noch nicht getan: im Sommer kommen weitere Einschränkungen in Tirol hinzu. Zwischen dem 10. Juli und dem 16. September wird auch im Unterinntal intensiv gearbeitet. Die Maßnahmen konzentrieren sich auf die Tunnelanlagen zwischen Baumkirchen und Radfeld.

Dort soll die Infrastruktur modernisiert werden, um künftig kürzere Zugabstände und eine höhere Streckenkapazität zu ermöglichen.

Während der Bauphase treffen Fernverkehrszüge aus Richtung Wien später in Innsbruck ein. Gleichzeitig verlassen Verbindungen in Richtung Osten den Bahnhof früher als gewohnt. Dadurch verlängert sich die Reisezeit insbesondere auf der Relation Salzburg–Innsbruck.