Auslöser der Entwicklung sind umfangreiche Sanierungsarbeiten der Deutsche Bahn auf der Strecke zwischen Passau und Obertraubling bei Regensburg.

Bereits aktuell werden täglich rund 40 Güterzüge umgeleitet und nutzen stattdessen die österreichische Westachse. Mit Beginn der intensiven Bauphase am 14. Juni verdoppelt sich diese Zahl: Dann werden bis zum Advent täglich etwa 80 Güterzüge über die Route München – Salzburg – Wels geführt. Die Folge ist eine deutlich steigende Auslastung – insbesondere an einem neuralgischen Punkt: dem sogenannten „Deutschen Eck“.

Engpass im internationalen Verkehr

Die zusätzliche Belastung bringt das Streckennetz an seine Grenzen. Die ÖBB sehen sich gezwungen, ihr Angebot im internationalen Verkehr neu zu organisieren.

So wird die ICE-Verbindung über Passau im Abschnitt zwischen Wien und Nürnberg im Sommer vorübergehend vorübergehend einstellen. Reisende müssen stattdessen auf alternative Routen ausweichen – insbesondere über den zentralen Knoten München Hauptbahnhof.

ÖBB-Sprecher Robert Mosser spricht von „massiven Auswirkungen“, die eine umfassende Anpassung des Fahrplans erforderlich machen.

München wird zum zentralen Drehkreuz

Durch den Wegfall der direkten ICE-Verbindung über Passau gewinnt München weiter an Bedeutung. Der Hauptbahnhof entwickelt sich zum wichtigsten Umstiegspunkt für Verbindungen zwischen Österreich und Deutschland.

Um die Situation zu entschärfen, werden zusätzliche Angebote geschaffen: Zwei neue ICE-Zugpaare verkehren zwischen Wien, Salzburg und München. Ergänzt wird das Angebot durch drei zusätzliche EC-Verbindungen über Linz, Wels und Simbach am Inn. Auch der Nightjet von Wien nach Hamburg beziehungsweise Amsterdam wird umgeleitet.

Pendler spüren die Folgen besonders stark

Für den regionalen Verkehr bedeuten die Bauarbeiten ebenfalls erhebliche Einschnitte. Gerade im Salzburger Raum wird die Situation zunehmend kritisch.

Die Regionalzuglinie R21, die bereits jetzt eingeschränkt verkehrt, wird in den Nachmittagsstunden teilweise ausfallen. Grund dafür ist die Priorisierung der umgeleiteten Güterzüge, die die verfügbaren Kapazitäten stark beanspruchen.