Vor allem in Niederösterreich zeigt sich ein besorgniserregender Trend: Die Zahl der Einbrüche in Wohnhäuser ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 26 Prozent gestiegen. Rückläufig sind hingegen Einbrüche in Wohnungen und Kellerräume.

Besonders gefährdet sind Wohngebiete in der Nähe von Autobahnen und Schnellstraßen. Für Täter zählt neben der Beute vor allem eine rasche Fluchtmöglichkeit, berichtet der ORF.

Drei einfache Maßnahmen mit großer Wirkung

Johann Baumschlager, Sprecher der Landespolizeidirektion Niederösterreich, nennt drei grundlegende Maßnahmen, die das Risiko eines Einbruchs deutlich reduzieren können:

  • Fenster und Türen konsequent versperren
  • Mit Lichtquellen Anwesenheit vortäuschen
  • Auf eine funktionierende Nachbarschaftshilfe setzen

Zusätzlich empfiehlt die Polizei, Bargeld, Schmuck und wichtige Dokumente in einem geprüften Wertschutzschrank aufzubewahren. Gerade diese Wertgegenstände stehen bei Einbrechern ganz oben auf der Wunschliste.

Nach den Erfahrungen der Ermittler werden viele Einbrüche sorgfältig vorbereitet. Kriminelle beobachten Häuser oft über längere Zeit und achten darauf, wann Bewohner verreisen oder regelmäßig abwesend sind.

Deshalb rät die Polizei, Nachbarn vor dem Urlaub zu informieren und auf verdächtige Personen oder Fahrzeuge zu achten. Wer ungewöhnliche Beobachtungen macht, sollte nicht zögern und sofort den Polizeinotruf 133 verständigen.

Nur jeder fünfte Einbruch wird aufgeklärt

Die meisten Täter stammen laut Polizei aus dem Ausland und reisen gezielt für Einbruchstouren nach Österreich. Trotz intensiver Ermittlungen liegt die Aufklärungsquote derzeit bei rund 20 Prozent.

Umso wichtiger sei es, Einbrüche bereits im Vorfeld zu verhindern und potenziellen Tätern das Leben möglichst schwer zu machen.

Wer längere Zeit verreist, kann eine kostenlose Einbruchsschutzberatung der Polizei in Anspruch nehmen. Speziell geschulte Präventionsbeamte analysieren direkt vor Ort mögliche Schwachstellen und geben individuelle Empfehlungen zur Absicherung von Haus oder Wohnung.

Die wichtigsten Urlaubstipps der Polizei

Damit Einbrecher gar nicht erst auf die Idee kommen, empfiehlt die Polizei folgende Maßnahmen:

  • Keine Urlaubsfotos oder Reisepläne während der Abwesenheit in sozialen Medien veröffentlichen.
  • Zeitschaltuhren oder smarte Beleuchtung nutzen, um Anwesenheit vorzutäuschen.
  • Briefkasten regelmäßig von Nachbarn oder Verwandten leeren lassen.
  • Nachbarn über die Urlaubszeit informieren und gegenseitig auf die Häuser achten.
  • Schmuck, Bargeld und wichtige Dokumente sicher verwahren.
  • Eingänge und Außenbereiche mit Bewegungsmeldern gut beleuchten.
  • Fenster und Türen mit einbruchhemmenden Sicherungen nachrüsten.
  • Leitern, Werkzeuge oder andere Einstiegshilfen nicht frei zugänglich im Garten liegen lassen.
  • Wertgegenstände mit Fotos, Seriennummern und Kaufbelegen dokumentieren, um die Identifizierung im Schadensfall zu erleichtern.

Mit einer Kombination aus technischen Sicherheitsmaßnahmen, aufmerksamen Nachbarn und einem umsichtigen Verhalten lässt sich das Risiko eines Einbruchs deutlich reduzieren – damit der Sommerurlaub nicht mit einer bösen Überraschung endet.