Der Angriff ereignete sich am Samstag, als der Militärkonvoi die Stadt in Richtung Gao verlasen hatte. Beide Gruppierungen hatten bereits Anfang Juli gemeinsam eine Offensive auf Anefis gestartet und die Stadt zeitweise unter ihre Kontrolle gebracht. Damals wurde auch das Militärlager der malischen Armee und russischer Kräfte massiv unter Druck gesetzt, berichtet der Kurier.
Armee spricht von Hinrichtungen
Aus Kreisen der malischen Streitkräfte hieß es, mehrere Soldaten seien nach dem Angriff regelrecht hingerichtet worden. Die Militärführung untersucht nun, wie es zu der schweren Niederlage kommen konnte und welche taktischen Fehler den Hinterhalt ermöglichten.
Nach ersten Informationen sollen russische Paramilitärs des sogenannten Afrikakorps zum Zeitpunkt des Angriffs bereits Gao erreicht haben und deshalb nicht in die Kämpfe verwickelt gewesen sein. Medienberichten zufolge könnte ein mangelnder Informationsaustausch zwischen den russischen Einheiten und der malischen Armee eine Rolle gespielt haben.
Die malische Armee bestätigte den Hinterhalt zunächst, nannte jedoch keine offiziellen Opferzahlen. Beobachter sprechen dennoch von einem der verlustreichsten Angriffe auf die Streitkräfte seit mehreren Jahren.
Erst vor wenigen Monaten hatten Tuareg-Separatisten und jihadistische Gruppen ihre Zusammenarbeit gegen die Militärregierung in Bamako öffentlich bekannt gegeben.
Konflikt dauert seit über einem Jahrzehnt an
Mali wird seit 2012 von einem bewaffneten Konflikt erschüttert. Neben jihadistischen Gruppierungen, die Al-Qaida oder dem sogenannten Islamischen Staat zugerechnet werden, kämpfen auch Tuareg-Rebellen und weitere bewaffnete Milizen um Einfluss.
Nach den Militärputschen 2020 und 2021 beendete die regierende Junta die enge Zusammenarbeit mit Frankreich und anderen westlichen Staaten. Stattdessen setzt sie im Kampf gegen die Aufständischen verstärkt auf die Unterstützung russischer Sicherheitskräfte – dennoch bleibt die Sicherheitslage in weiten Teilen des Landes äußerst instabil.

Kommentare
Lädt Kommentare...