Die Bilder einer Wildkamera in der Gemeinde Brand sorgten in der vergangenen Woche für großes Aufsehen. Nur wenige Tage später wurde erneut ein Bär aufgenommen – diesmal im Silbertal im Montafon. Die neuen Hinweise auf die Anwesenheit des Tieres haben insbesondere die Imkerschaft in Alarmbereitschaft versetzt.
Der Zeitpunkt könnte für die Bienenhalter kaum ungünstiger sein. Derzeit beginnt in den höheren Lagen die Blüte der Alpenrose, die für den charakteristischen Geschmack des begehrten Berghonigs von entscheidender Bedeutung ist. In dieser Phase arbeiten die Bienenvölker auf Hochtouren, weshalb die Angst vor Schäden besonders groß ist.
Für Bären sind nicht nur die Honigvorräte interessant
Die Sorge der Imker beschränkt sich nicht allein auf den Verlust des Honigs. Ein Bär interessiert sich oftmals ebenso für die Brut in den Bienenstöcken. Die Larven stellen für die Tiere eine besonders nahrhafte und eiweißreiche Nahrungsquelle dar.
Bernhard Wagner, Bezirksobmann der Imker im Montafon, verwies im ORF-Gespräch darauf, dass ein ungeschützter Bienenstock vor diesem Hintergrund innerhalb kurzer Zeit erheblich beschädigt werden.
Elektrozäune sollen die Bienenvölker schützen
Aus diesem Grund haben zahlreiche Imker nun Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Rund um ihre Bienenstände werden derzeit verstärkt Elektrozäune errichtet, die Bären abschrecken sollen.
Nach Angaben der Imker reicht ein gewöhnlicher Weidezaun dafür nicht aus. Um einen Bären wirksam fernzuhalten, seien deutlich stärkere Anlagen notwendig. Die eingesetzten Zäune arbeiten mit Spannungen von rund 8.000 Volt. Die Stromstärke bleibt zwar gering, doch der kurze Stromschlag soll ausreichend sein, damit das Tier den Bereich künftig meidet.
Imker kämpfen an mehreren Fronten
Die möglichen Bärenbesuche sind allerdings nur eine weitere Herausforderung für Vorarlbergs Imker. Schon seit Jahren machen ihnen zunehmend schwierige Witterungsbedingungen zu schaffen.
Besonders die Honigsaison 2025 verlief enttäuschend. Der Präsident des Vorarlberger Imkerverbands, Gerhard Mohr, erklärte gegenüber dem ORF, dass die Erträge je nach Region sehr unterschiedlich ausgefallen seien. Vor allem in den großen Imkereigebieten wie dem Rheintal, dem Bregenzerwald und teilweise auch im Walgau mussten viele Betriebe jedoch deutliche Einbußen hinnehmen. Dort gingen die Honigmengen teilweise um bis zu 50 Prozent zurück.

Kommentare
Lädt Kommentare...