Jahr für Jahr erhalten die Gemeinden entlang der Brennerautobahn Millionen aus den Mauteinnahmen der Asfinag. 2025 waren es rund 5,45 Millionen Euro. Wie die „Tiroler Tageszeitung“ berichtet, liegen inzwischen auch die vorgeschriebenen Nachweise darüber vor, wofür das Geld eingesetzt wurde. Die Ausgaben reichen von Bushaltestellen und Radwegen über E-Ladestationen bis hin zu Asphaltierungsarbeiten und Feuerwehrtechnik.
Millionen als Ausgleich für den Transitverkehr
ie Zahlungen sollen die Belastungen abfedern, die der massive Transitverkehr für die Bevölkerung im Wipptal mit sich bringt. Grundlage ist eine im Asfinag-Gesetz verankerte Abgabe: Drei Prozent der Netto-Einnahmen der Brenner-Sondermautstrecke werden an die betroffenen Gemeinden ausgeschüttet.
Ausbezahlt wird das Geld quartalsweise über das Land Tirol. Die Aufteilung erfolgt nach einem festgelegten Schlüssel. Seit der Erhöhung der Abgabe von einem auf drei Prozent im Jahr 2023 müssen die Gemeinden dem Verkehrsministerium allerdings auch genau berichten, wofür die Mittel verwendet wurden.
Im Wipptal sammelt der zuständige Planungsverband die kommunalen Nachweise und übermittelt sie an die Tiroler Landesbaudirektion. Von dort gehen die Berichte weiter an das Ministerium in Wien.
Steinach erhielt 1,37 Millionen Euro
Zu den größten Empfängern zählt die Gemeinde Steinach am Brenner. Sie erhielt 2025 rund 1,37 Millionen Euro aus dem Mauttopf.
Der größte Teil davon floss laut Verwendungsbericht in Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. Dafür wurden rund 989.000 Euro ausgewiesen. Weitere 305.500 Euro wurden für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und die Reduktion der Verkehrsbelastung eingesetzt.
Rund 42.000 Euro entfielen auf Lärm- und Emissionsschutz, etwa 41.300 Euro auf Maßnahmen zur Stärkung des Umweltschutzes.
Konkret ließ die Gemeinde unter anderem eine Bushaltestelle in der Nähe einer Schule umbauen. Allein dieses Projekt kostete laut Bericht rund 580.000 Euro. Weitere 250.000 Euro wurden für Asphaltierungsarbeiten sowie für die Umstellung von Straßenlaternen auf LED-Technik ausgegeben.
Planungsverband finanziert Radwege und Ladestationen
Auch der Planungsverband Wipptal selbst erhielt 400.000 Euro. Die Mittel wurden unter anderem für Umweltprojekte, Verkehrssicherheit und alternative Mobilitätsangebote verwendet.
50.000 Euro flossen in die Förderung von E-Ladestationen. Zudem wurde eine Rücklage aus dem Jahr 2024 in Höhe von rund 90.250 Euro für einen Radweg aufgelöst.
Weitere Mittel gingen an die Klima- und Energie-Modellregion Wipptal. Diese wurde mit 35.000 Euro unterstützt. Rund 137.600 Euro wurden allgemein für Maßnahmen zur Verbesserung der Umweltsituation ausgewiesen.
Auch die Wartung einer Feuerwehr-Drehleiter wurde über die Mittel finanziert. Begründet wird dies mit ihrer Bedeutung für die Verkehrssicherheit und den Einsatz bei möglichen Unfällen auf der stark befahrenen Transitroute.
Bürgermeister weist Kritik zurück
In der Vergangenheit hatte es wiederholt Kritik an der Verwendung der Maut-Millionen gegeben. Auch Gemeinden außerhalb des Wipptals verfolgen die Ausschüttungen aufmerksam.
Der Obmann des Planungsverbandes und Steinacher Bürgermeister Florian Riedl weist die Vorwürfe zurück. Gegenüber der „Tiroler Tageszeitung“ betont er, dass hinter jeder Zahlung ein konkretes Projekt und eine entsprechende Grundlage stehe.
Riedl spricht von einer wiederkehrenden „Neiddebatte“. Dabei verweist er auf die erheblichen Belastungen der Region: Mehr als 13,5 Millionen Fahrzeuge seien allein im vergangenen Jahr über die Brennerroute durch das Wipptal gerollt.
Mit der Veröffentlichung der Verwendungsberichte wolle man nun für Transparenz sorgen. Die Gemeinden argumentieren, dass die Maut-Einnahmen nicht frei verteilt, sondern gezielt für Projekte verwendet würden, die Verkehr, Umwelt und Lebensqualität in der Region verbessern sollen.

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