Seit 2010 organisiert die Caritas mit der „Käfig League“ ein niederschwelliges Fußballangebot für Kinder und Jugendliche zwischen acht und 16 Jahren. Herkunft, soziale Situation oder finanzielle Möglichkeiten der Eltern spielen dabei keine Rolle. Jeder, der mitmachen möchte, ist willkommen.
Mehr als nur Fußball
Mittlerweile umfasst das Projekt 18 Fußballkäfige in Wien sowie weitere Standorte in Niederösterreich, Tirol und Salzburg. Rund 1300 Kinder nehmen jährlich an mehr als 550 Trainingseinheiten teil. Betreut werden die jungen Kicker von rund 20 geschulten Trainern, die vielfach ehrenamtlich tätig sind. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur Technik und Spielverständnis, sondern auch Respekt, Fairness, Teamgeist und ein friedliches Miteinander. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Herausforderungen gilt das Projekt für viele als wichtiger Beitrag zur Integration und sozialen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.
Fördergeld bleibt aus
Nun steht die Zukunft der Käfig League auf dem Spiel. Eine erhoffte finanzielle Unterstützung durch das Sportministerium bleibt aus. Nach Angaben der Caritas verschärft sich dadurch die ohnehin angespannte finanzielle Situation erheblich. Das Ministerium verweist darauf, dass das Projekt bereits in den Jahren 2023 und 2024 mit jeweils 85.000 Euro unterstützt wurde. Für eine neuerliche Förderung seien die Voraussetzungen aktuell jedoch nicht erfüllt. Begründet wird dies damit, dass Förderungen nur dann gewährt würden, wenn ein Projekt ohne diese Mittel nicht durchgeführt werden könne. Für die Verantwortlichen der Käfig League hat die Entscheidung spürbare Folgen. Um den Betrieb aufrechterhalten zu können, werden nun verschiedene Sparmaßnahmen geprüft. Darunter könnten die Anzahl der bespielten Fußballkäfige sowie die personellen Ressourcen reduziert werden. Die größten Verlierer wären die Kinder und Jugendlichen, die das kostenlose Angebot regelmäßig nutzen und für die der Fußballplatz oft mehr ist als nur ein Ort für Sport.
Ex-Profis springen ein
Um das Projekt zumindest vorübergehend zu unterstützen, engagierten sich mehrere ehemalige Fußballprofis bei einem Benefizturnier. Unter ihnen waren bekannte Namen wie Muhammet Akagündüz, Radoslav Gilewicz, Steffen Hofmann, Stefan Maierhofer, Paul Scharner und Roman Wallner. Die Veranstaltung brachte rund 13.500 Euro an Spenden ein. Ein wichtiges Zeichen der Solidarität, das jedoch die langfristigen Finanzierungsprobleme nicht lösen kann. Die Diskussion um die Förderung der Käfig League zeigt, wie schwierig die Finanzierung sozialer Sportprojekte geworden ist. Während die Verantwortlichen um jeden Euro kämpfen, hoffen hunderte Kinder und Jugendliche darauf, dass ihre Fußballkäfige auch künftig geöffnet bleiben. Denn für viele von ihnen geht es längst nicht nur um Tore und Siege. Es geht um Gemeinschaft, Perspektiven und einen sicheren Ort, an dem sie ihre Freizeit sinnvoll verbringen können.

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