Ein kürzlich im Süden Nigerias stattfindendes Festival löste Empörung aus, nachdem im Internet mehrere Videos aufgetaucht waren, die zeigen, wie Frauen am helllichten Tag von Gruppen von Männern durch die Straßen gejagt, ausgezogen und sexuell missbraucht werden. Das Filmmaterial, das während des jährlichen Alue-Do-Fruchtbarkeitsfestivals in Ozoro im Bundesstaat Delta aufgenommen wurde, löste eine polizeiliche Untersuchung aus und führte zu mehreren Festnahmen, wobei die Behörden bestätigten, dass sich mehrere Verdächtige in Gewahrsam befanden.

Unglaubliche Brutalität gegen Frauen

In Clips, die in den sozialen Medien kursieren, sieht man Frauen durch überfüllte Straßen rennen, während Gruppen von Männern sie verfolgen. Augenblicke später werden die Frauen umzingelt, ihnen wird die Kleidung vom Leib gerissen, sie werden begrapscht und angegriffen, während Umstehende filmen und schreien, wobei einige zu jubeln scheinen. Dies war kein Einzelfall.

Gängige Praxis in Afrika

Mehrere Videos scheinen ähnliche Angriffe zu zeigen, die sich während des Festivals an verschiedenen Orten ereigneten und an denen große Gruppen von Männern und sogar kleine Jungen beteiligt waren. Viele der Opfer, vermutlich Studentinnen einer nahegelegenen Universität, wurden Berichten zufolge ins Krankenhaus eingeliefert.

Mehrere Tatverdächtige und Festnahmen

Die Polizei im Bundesstaat Delta bestätigte die Festnahme mehrerer Verdächtiger im Zusammenhang mit den Angriffen, darunter ein Gemeindevorsteher und vier junge Männer, die in viralen Videos identifiziert wurden. Die Ermittlungen dauern noch an.

Die Taten werden verharmlost

Die Polizei beschrieb die Angriffe in einer vorläufigen Feststellung als das Werk „krimineller Elemente“, die das Festival gekapert hätten, eine Darstellung, die versucht, die Gewalt vom kulturellen Ereignis selbst zu trennen. Lokale Gemeindevorsteher gingen noch einen Schritt weiter und bestritten jegliche  Vergewaltigung und bestanden darauf, dass das Fest „falsch interpretiert“ worden sei.

Befürworterinnen von Frauenrechten sagen, dass der Vorfall auf ein tieferes Problem hinweist, das über ein einzelnes Ereignis hinausgeht.