Der Wal sei gegen 9.00 Uhr nicht mehr im Lastkahn gewesen, sagte Jens Schwarck, Mitglied der privaten Initiative und beim Transport mit dabei. Der Konvoi befand sich am Morgen etwa 70 Kilometer von Skagen entfernt im Skagerak.

Auf News5-Drohnenaufnahmen war zeitweise ein im Wasser schwimmender Wal zu erkennen – ob es sich tatsächlich um das freigesetzte Tier handelte, ließ sich nicht gesichert sagen. Ob es Senderdaten gebe, sei bisher unklar, sagte Schwarck. Es gab zudem keine Angaben dazu, in welchem Zustand sich das Tier befand und wie genau es von Bord schwamm oder bugsiert wurde.

Der Lastkahn mit dem mehrfach an deutschen Ostsee-Küsten gestrandeten Buckelwal hatte am Freitag nach tagelanger Reise die Nordsee schon fast erreicht – drehte jedoch etwa 20 Kilometer vom nördlichsten Punkt Dänemarks entfernt ab. An diesem Punkt nahe der Stadt Skagen fließen Kattegat und Skagerrak zusammen, weshalb auch vom Eingang zur Nordsee gesprochen wird.

GPS-Sender angebracht

Im Bereich dieses Übergangs hatte es über Stunden hohen Wellengang gegeben. In ruhigerem Wasser – wieder ein Stück zurück in der Ostsee – wurde am Nachmittag das Absperrnetz an der Rückseite des Lastkahns entfernt. Der Wasserstand in der Barge sei zunächst nicht verändert worden, hieß es aus dem Team der Initiative. Trotz des nun offenen Ausgangs hatte der Wal den Lastkahn über viele Stunden nicht verlassen.

Vor dem Freisetzen soll noch ein GPS-Sender angebracht worden sein, mit dem sich der künftige Standort des Wals erkennen ließe. Ob das gelang und der Sender Daten liefert, war zunächst unklar.

Der vier bis sechs Jahre alte Walbulle war Anfang März erstmals in der Ostsee gesehen worden. In den etwa 60 Tagen bis zum Transport lag er rund zwei Drittel der Zeit in Flachwasserzonen. Am Dienstag war er vor der Insel Poel in einen Lastkahn bugsiert worden, der dann an einen Schlepper gekoppelt Richtung Nordsee startete.