Hasan Izquierdo präsentiert sich mit einer Vision für ein vielfältiges und multiethnisches Barcelona. Nach seiner Auffassung sollte die historische Bedeutung von Al-Andalus sowie der Beitrag muslimischer Gemeinschaften zur spanischen Kultur stärker gewürdigt werden. Dabei verweist er auf die Zeit zwischen 711 und 1492, als große Teile der Iberischen Halbinsel unter muslimischer Herrschaft standen. Dieser Abschnitt der Geschichte werde seiner Meinung nach in aktuellen Debatten nicht ausreichend berücksichtigt, berichtet Apollo News.

La Monumental als islamisches Kulturzentrum

Besonders viel Aufmerksamkeit erhält sein Vorschlag zur Zukunft von La Monumental. Die bekannte Arena wurde 1914 eröffnet und war jahrzehntelang ein bedeutender Austragungsort für Stierkämpfe. Seit dem Verbot von Stierkämpfen in Katalonien im Jahr 2011 wird die Anlage nicht mehr für ihren ursprünglichen Zweck genutzt. Izquierdo schlägt vor, das Gebäude künftig als Moschee und islamisches Kulturzentrum zu verwenden.

Politische Vertretung für Migranten stärken

Neben dem Umbau der Arena setzt sich der Kandidat auch für eine stärkere politische Beteiligung von Muslimen und Migranten ein. Nach seiner Ansicht seien diese Bevölkerungsgruppen in den katalanischen Institutionen bislang unterrepräsentiert. Unter anderem schlägt er die Einführung von Bürgerbeauftragten mit Wurzeln im Maghreb vor. Diese sollen als Vermittler zwischen Behörden und Migranten fungieren und die Kommunikation erleichtern.

Partei setzt auf islamisch geprägten Regionalismus

Izquierdo steht an der Spitze der Partido Andalusí, die 2023 gegründet wurde. Die Partei vertritt Positionen, die einen andalusischen Regionalismus mit einer stärkeren Berücksichtigung islamischer Identität verbinden. Mit ihren Forderungen will sie insbesondere muslimische Wähler sowie Menschen mit Migrationsgeschichte ansprechen. Ob die Vorschläge tatsächlich politische Wirkung entfalten, wird sich bei den Kommunalwahlen 2027 zeigen. In Barcelona wird der Bürgermeister nicht direkt von den Bürgern gewählt. Zunächst entscheiden die Wähler über die Zusammensetzung des Stadtrats. Anschließend bestimmen die gewählten Mandatare das Stadtoberhaupt. Um überhaupt in den Stadtrat einzuziehen, muss eine Partei die Fünf-Prozent-Hürde überwinden. Bis dahin dürfte die Diskussion über die Zukunft der La Monumental und die Rolle muslimischer Gemeinschaften in Barcelona weiter für politische Debatten sorgen.