Die Professorin für Entwicklungspsychologie, Ute Johanna Bayen an der Universität in Düsseldorf wollte in ihrer Vorlesung „Trans-Identitäten“ kritisch hinterfragen. Im Vorfeld der Vorlesung hatten mehrere Studentenverbände gefordert, ihre Aussagen auf wissenschaftliche Fundiertheit zu überprüfen, sie aus der Uni zu werfen und ihr ein Campus-Verbot zu erteilen.
Sie lehrt im Bereich Entwicklungspsychologie seit 2007 an der HHU in Düsseldorf. In ihrer wissenschaftlichen Laufbahn forschte sie fast zwei Jahrzehnte an renommierten US-Hochschulen. Der Titel ihrer umstrittenen Vorlesung „Entwicklung von Trans-Identitäten“ rückte sie ins Visier linker und militanter Studentenverbände. Dabei hält Prof. Bayen diesen Vortrag schon seit einigen Jahren im Rahmen ihrer Vorlesung.
Terminologie gab Anlass
Für Prof. Bayen sind „Trans-Ideologien“ wissenschaftlich nicht tragbar und gefährden die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Eine Formulierung, die sich auch im Demoaufruf des sozialistisch-demokratischen Studiverbands Düsseldorf, des Rings Christlich-Demokratischer Studenten und der örtlichen Juso-Hochschulgruppe findet.
Darin heißt es: „Solche Aussagen sind nicht nur transphob und menschenfeindlich, sondern auch keineswegs wissenschaftlich belegt.“ In einem privaten Mail-Verteiler soll die Professorin die Formulierung „Trans-Ideologie“ verwendet haben, um auf ihre Vorlesung aufmerksam zu machen. Für die Demonstranten bedeutet das etwas Abwertendes. Sie stützen sich darauf, dass sie „Trans-Identität“ statt „Trans-Ideologie“ hätte verwenden sollen.
Buh-Rufe, Zwischenrufe und Gelächter
Die Vorlesung musste in einen größeren Hörsaal verlegt werden, da der Ansturm im Vorhinein zu groß schien. Der Saal war bis auf den letzten Platz belegt, weitere Studenten standen an den Wänden. Die Professorin stellte sich in der Vorlesung den Fragen ihrer Studenten sowie denen von Studenten anderer Fakultäten und Universitäten. Sie konnte häufig weder ausreden noch ihren Punkt abschließend zu Ende bringen, da Buh-Rufe und lautstarke Wortmeldungen ihre Ausführung übertönten und diese unterbrachen. Die Vortragende wurde verbal angegriffen, sie sei „transphob“, sei wissenschaftlich unfundiert und ihre Lehre hätte nichts mit Wissenschaft, sondern mehr mit Meinung zu tun. Die Interessenvertretung für Trans-Personen TINBy und der AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss der HHU) gingen sogar so weit, dass sie den Rauswurf der Psychologieprofessorin fordern.
Professor Bayen stellt sich den Fragen ihrer Studenten
Für dieses Vorgehen wurde sie ausgebuht, angefeindet und ihr mit außerordentlicher Respektlosigkeit begegnet. Vorwürfe wie: „Sie arbeiten nicht wissenschaftlich, das ist Bullshit“, „Ihre Lehre ist transfeindlich“, „Mit ihnen diskutiere ich gar nicht“ – zeigten das Verständnis von Meinungsfreiheit, Demokratie und der Verharmlosung von Respektlosigkeit.
Dieser Artikel ist ursprünglich auf unserem Partnerportal NIUS erschienen.

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