Windeck gibt eine Antwort, die ihm später zum Verhängnis werden wird: „Nein, unser Fleisch ist nicht halal.“ Es dauert nicht lange, und das Video geht auf beiden Kanälen viral. Plötzlich sieht sich Windeck einem massiven Shitstorm ausgesetzt. NIUS sprach mit ihm über seine Erlebnisse.

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Erst kam der Shitstorm …

Viele Menschen aus der muslimischen Community verstanden die Aussage als direkten Angriff auf den Islam selbst. Unter dem Video häuften sich beleidigende Kommentare. Andere Nutzer gaben dem „Kleinen Büffel“ schlechte Bewertungen. Windeck erhielt zudem zahlreiche private Hassnachrichten. Die Reaktionen waren so heftig, dass er sich gezwungen sah, die Kommentarfunktion unter dem Video abzuschalten.

… dann die breiten Solidaritätsbekundungen

Daraufhin veröffentlicht Windeck ein zweites Video. Er stellt dort klar, dass er Halal-Fleisch nie schlechtgemacht hat. Er sagt: „Und ich habe in keinem Wort gesagt, dass halal irgendwie schlecht ist oder irgendwas dagegen gesagt. Ich habe lediglich gesagt, dass wir es nicht verkaufen.“ Er berichtet auch, wie er früher noch ohne Probleme gemeinsam mit Freunden türkischer Herkunft gegrillt hätte. „Trotzdem waren wir zusammen und es gab keine Anfeindung, es gab keinen Streit oder keinen Stress.“ Heute sei diese Leichtigkeit verschwunden. Die Reaktionen ließen auch dieses Mal nicht auf sich warten. Doch zu seiner Überraschung gab es fast ausschließlich positive und solidarische Kommentare. Auch sein Laden profitierte inzwischen von den Reaktionen.

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Fleischqualität sei entscheidend

Gegenüber NIUS versichert Windeck, nicht aus weltanschaulichen Gründen auf Halal‑Fleisch zu verzichten, sondern dass „die Fleischqualität für mich das Wichtigste ist“. Der Inhaber, der früher als Metzger gearbeitet hat, erklärt weiter, dass Halal-Schlachtungen die Tiere unter starken Stress setzten, wodurch die Fleischqualität leide. Er widerspricht auch einem weitverbreiteten Mythos, wonach Halal‑Fleisch von besserer Qualität als anderes Fleisch wäre.

Zum Schluss formuliert Windeck einen klaren Appell: „Wir müssen uns wieder gegenseitig akzeptieren. Man darf nicht streiten oder angreifen, nur weil jemand kein Halal-Fleisch verkauft. Wo sind wir hier gelandet?“

Der Fall steht für ein größeres Problem: Immer mehr Stimmen aus der muslimischen Community fordern, grundsätzlich nur noch Halal-Fleisch in Restaurants anzubieten. Windeck hingegen verfolgt einen einfachen Grundsatz: Jeder solle selbst entscheiden, was er anbietet – und andere einfach in Ruhe lassen. Die vielen positiven Reaktionen nach dem zweiten Video geben Windeck Zuversicht. So habe er erkannt, wie viele Menschen seine Sichtweise teilen.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partner-Portal NiUS erschienen.