Um die betroffenen Maschinen noch abfertigen zu können, wurde das Nachtflugverbot verkürzt.

Zuvor hatte der Flughafen am Sonntagabend mitgeteilt, dass der Betrieb vorübergehend eingestellt worden sei. „Der Tower am Flughafen München wurde um 20:33 Uhr aufgrund von Brandgeruch evakuiert”, hieß es auf der Website. „Die Deutsche Flugsicherung hat den Flugbetrieb bis auf weiteres gestoppt.” Rund zwei Stunden später gab es allerdings bereits wieder einzelne Starts. Als Ursache des Alarms wurde ein Defekt in einem Lüfter entdeckt. Ein Bauteil wurde ausgewechselt.

Wie viele Flüge insgesamt betroffen waren, stehe noch nicht konkret fest, so der Flughafensprecher. Es werde versucht, in der Nacht so viele der verspäteten Flüge wie möglich abzufertigen. Startende Maschinen können sich auf den Weg machen und anfliegende Maschinen können München ansteuern.

Pfingst-Reiseverkehr großteils zuvor schon abgefertigt

Zudem will der Flughafen versuchen, möglichst viele der 35 zwischenzeitlich umgeleiteten Flugzeuge noch nach München zu holen. Etliche davon sind bereits gelandet. Deswegen wurde das Nachtflugverbot nach behördlicher Genehmigung um eineinhalb Stunden nach hinten verschoben, sodass der Flughafen bis 1.30 Uhr am Montagmorgen Flüge abfertigen darf.

Ob der Zwischenfall am Montag tagsüber noch Auswirkungen auf den Flugbetrieb haben wird, stand zunächst ebenfalls nicht fest. Einige Flüge wurden komplett annulliert. Eine genaue Zahl gab es dazu nicht.

Zwar war am Sonntag der letzte Tag der bayerischen Schul-Pfingstferien, der Hauptreiseverkehr war zu dieser Zeit aber bereits vorbei. Die meisten Flüge mit Urlaubern wurden bereits am Tag zuvor abgefertigt. Dennoch zeigten die Anzeigetafeln im Flughafen und der Online-Flugplan am Abend noch viele verspätete und einige annullierte Flüge an.

Als Ursache des Brandgeruchs wurde ein technisches Bauteil der Lüftungsanlage des Towers ausgemacht. „Das wurde gewechselt und damit ist alles wieder gut”, sagte Flughafensprecher Robert Wilhelm. Laut seinen Angaben hatten die Fluglotsen zwar zuvor Brandgeruch am Tower festgestellt, jedoch weder ein Feuer noch Rauch gesehen. Daraufhin wurde die Feuerwehr zur Klärung der Ursache alarmiert.

Fluglotsen im Tower eines Flughafens geben Piloten von startenden, landenden und rollenden Flugzeugen Anweisungen. Sie verhindern, dass sich Flugzeuge zu nahekommen, und haben Sichtkontakt zum gesamten Vorfeld und zu den Start- und Landebahnen. Flugzeuge, die sich nicht in unmittelbarer Flughafennähe befinden, werden nicht aus dem Tower gesteuert; für sie gibt es eigene Kontrollzentren.

Münchner Airport verfügt über zweiten Tower

Die Deutsche Flugsicherung betreibt vier dieser Anlagen in Deutschland, eine davon befindet sich auf dem Gelände des Münchner Flughafens. Laut dem Flughafensprecher gibt es in München neben dem großen Haupttower, in dem der Alarm ausgelöst wurde, auch noch einen kleinen Nebentower. In solchen Situationen könne von diesem auch der Verkehr des Flughafens abgefertigt werden.

Im europäischen Vergleich liegt der Flughafen München laut dem Statistischen Jahresbericht 2025 von Munich Airport bei den Flugbewegungen auf Platz acht unter den größten Flughäfen Europas. Auf dem Flughafen gibt es 150 Shops und 60 Restaurants, wie auf dessen Webseite zu lesen ist.