Kurz nach seiner Wahl zeigte sich Pig dankbar für das Vertrauen des Stiftungsrates. „Ein langer Tag geht zu Ende, und ein neuer Morgen für den ORF bricht an“, erklärte der designierte Generaldirektor bei einer Pressekonferenz in den frühen Morgenstunden.
Die Verantwortung nehme er „mit Dankbarkeit und Demut“ an. Angesichts des starken Bewerberfeldes sprach Pig von einem „guten Ergebnis“. Nun gehe es darum, das Vertrauen innerhalb des Unternehmens zu gewinnen und den ORF für die kommenden Jahre aufzustellen, berichtet oe24.
Zusammenarbeit mit Ingrid Thurnher geplant
Besonders wichtig sei ihm eine enge Zusammenarbeit mit der amtierenden ORF-Chefin Ingrid Thurnher. Bereits ab dem ersten Tag wolle er mit ihr an den drängendsten Themen arbeiten.
Vor allem die finanzielle Situation des ORF bezeichnete Pig als größte Herausforderung. Die geplante Streichung eines Bundeszuschusses von 93 Millionen Euro jährlich ab 2027 verschärfe den Druck zusätzlich. Deshalb sei ein intensiver Austausch über die künftige Ausrichtung des Medienhauses notwendig.
Neue Struktur für die ORF-Führung
Pig kündigte an, die in seinem Konzept vorgesehene Direktionstruktur umzusetzen. Künftig soll der ORF über vier zentrale Direktionen verfügen:
Vier zentrale Bereiche
- Finanzdirektion
- Direktion für Technologie und Innovation
- Direktion für Programm und Brands
- Direktion für Audience und Plattformen
Die bisherige Radiodirektion soll in dieser Struktur nicht mehr bestehen bleiben.
Ausgewogenes Geschlechterverhältnis als Ziel
Bei der Besetzung seines künftigen Führungsteams setzt Pig auf Gleichgewicht. Für die Direktionen sowie die Landesstudios strebt er ein strikt ausgewogenes Verhältnis zwischen Frauen und Männern an.
Zugleich betonte der künftige ORF-Chef, dass sich auch seine Mitbewerberinnen und Mitbewerber im Rennen um die Generaldirektion für Führungspositionen im neuen Direktorenteam bewerben könnten.
Große Aufgaben warten
Mit dem Amtsantritt von Clemens Pig steht dem ORF ein umfassender Umbau bevor. Neben den finanziellen Herausforderungen müssen auch die digitalen Angebote weiterentwickelt und das Unternehmen an die veränderten Mediengewohnheiten des Publikums angepasst werden.
Der neue Generaldirektor übernimmt damit einen ORF, der vor wichtigen strategischen Entscheidungen steht – und dessen Zukunft wesentlich von den kommenden Reformen abhängen wird.

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