In exxpress live wurde am Mittwoch intensiv über die Berichterstattung zur Ungarn-Wahl diskutiert. Mit dabei: Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier und FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker. Im Zentrum stand die Kritik am ORF – und die Frage, ob Medien hier informieren oder bereits Einfluss nehmen.

„Das Rennen wird künstlich eng gemacht“

Für Christian Hafenecker ist die Sache klar: Die Berichterstattung zur Ungarn-Wahl sei kein neutraler Überblick mehr, sondern gezielte Stimmungsmache. Umfragen würden selektiv dargestellt, kritische Daten ausgeblendet. Sinngemäß argumentiert er: Institute, die Viktor Orbán vorne sehen, würden ignoriert – während andere Zahlen groß gespielt werden, die ein knappes Rennen suggerieren. Für ihn ist das kein Zufall, sondern Teil einer politischen Erzählung.

Auch Heinzlmaier sieht darin ein Muster: Medien würden nicht mehr abbilden, was ist, sondern was sein soll. „Es wird so getan, als wäre die Wahl schon entschieden – obwohl die Daten das gar nicht hergeben“, lässt sich seine Kritik zuspitzen. Beide betonen: Wer nur eine Seite zeigt, liefert keine Information – sondern Interpretation.

„Ein System, das nur noch sich selbst bestätigt“

Die Kritik geht jedoch über Ungarn hinaus. Für Hafenecker ist der Fall symptomatisch für ein größeres Problem: ein Mediensystem, das politisch eingehegt sei. Sinngemäß wirft er dem ORF vor, gezielt Narrative zu verstärken – besonders dann, wenn es gegen rechte Parteien geht. Was in Ungarn passiere, erinnere stark an die Berichterstattung über die FPÖ in Österreich.

Heinzlmaier formuliert es noch grundsätzlicher: Wenn Medien nur noch in eine Richtung berichten, verliere die Öffentlichkeit die Möglichkeit, sich ein eigenes Bild zu machen. Die Folge sei wachsendes Misstrauen – und eine zunehmende Abwendung von klassischen Medien.

Die eigentliche Brisanz: Es geht nicht mehr nur um eine Wahl im Ausland, sondern um die Glaubwürdigkeit der Medien im eigenen Land.

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