Doch die Einladung sorgte schon im Vorfeld für heftige Proteste. Mehrere Künstler und Beteiligte des Festivals kündigten an, ihre Teilnahme zurückzuziehen. Schließlich sagten die Wiener Festwochen die Veranstaltung ab.
Bissman gibt Stellungnahme ab
Noch vor dieser Absage veröffentlichte Martha Bißmann auf Instagram ein Foto vor einem Graffiti mit der Aufschrift „Death to Peter Thiel“. Dazu stellte die frühere Liste-Pilz-Politikerin die Frage: „Sollen wir Peter Thiel aktionistisch verhaften nach seinem Auftritt bei den Wiener Festwochen?“. Exxpress bat Martha Bißmann um eine Stellungnahme.
Wie genau haben Sie denn das Posting gemeint oder interpretiert? Könnte das nicht als Aufruf zur Gewalt oder sogar Mord verstanden werden?
So einen Aufruf würde ich selbstverständlich niemals tätigen! Ich billige den Inhalt auf keinen Fall – denn ich bin durch und durch Pazifistin und Humanistin. Das Graffiti wurde von unbekannten Aktivisten vor der Veranstaltung angebracht. Ich habe es, bevor ich es nach der Diskussion neben dem Eingang zum Odeon Theater entdeckt habe, schon in einer Instagram-Story von Milo Rau gesehen. Ein Freund, der mich begleitet hat, hat dann das Foto von mir gemacht, weil es einen interessanten dokumentarischen Mehrwert hat. Das Graffiti zeigt, wie ablehnend die Menschen in Wien auf Peter Thiel reagieren. Immerhin ist Thiel doch ein hochgefährlicher Mann, der keine Skrupel hat, sein Geld damit zu verdienen, Menschen ihre Freiheit zu rauben (durch Überwachungssysteme wie Gesichtserkennungssoftware), oder KI zu verwenden um noch gnadenloser durch moderne Kriegstechnologie morden zu können.
Wie würden Sie denn darauf reagieren, wenn ein Politiker des rechten Spektrums so ein Posting über einen, sagen wir einmal linkslastigen Geschäftsmann, absetzten würde?
Sollte das im Rahmen von künstlerischer Freiheit passieren, würde ich es genau so bewerten. Wichtig ist der Kontext – wenn es Ausdruck von Protest ist und durch die Kunstfreiheit geschützt, würde ich genau so reagieren wie auf überzogene Claims wie “Eat the Rich”.
Finden Sie es richtig, Gäste bei der Festwoche zuerst einzuladen, und sie dann wieder auszuladen, weil es einem kleinen, Künstlerkreis nicht passt?
Nein, das finde ich gar nicht richtig. Milo Rau hätte sich vor der Einladung mit der Basis des Festivals, also etwa den talentierten internationalen Nachwuchskünstler:innen die das Badeschiff ausgestattet haben und aktuell ziemlich sauer sind auf Rau, auseinandersetzen müssen und diese heikle Einladung abstimmen. Es war ein Marketingerfolg, aber es hat das Verhältnis von Milo Rau mit der Basis beschädigt und ich denke das ist langfristig wichtiger als ein einmaliger Marketingerfolg.

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