Zuletzt wurde der ehemalige Vizekanzler im Verfahren um eine Lebensversicherung der FPÖ Wien vom Vorwurf der Untreue freigesprochen. Das Urteil ist zwar noch nicht rechtskräftig, auch die Wiener Staatsanwaltschaft hat angekündigt, den Freispruch anzufechten. Strache sieht sich dennoch bestätigt. Die Vorwürfe seien „an den Haaren herbeigezogen“ gewesen. Besonders scharf kritisiert er die Staatsanwaltschaft Wien und die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA), denen er einen „politisch motivierten Verfolgungseifer“ vorwirft.
„Am Anfang völlig verzweifelt“
Nach eigenen Angaben haben ihn die zahlreichen Verfahren nicht nur finanziell, sondern auch psychisch schwer getroffen. „Ich war am Anfang verzweifelt, völlig erschlagen.“ Der Ex-FPÖ-Chef spricht von einer Depression, in die er geschlittert sei. Seine Ehe zerbrach. Im Laufe der Jahre habe er aber gelernt, wieder aufzustehen. Wie? Die Beschäftigung mit Philosophie und viel Sport wären der Weg aus der großen Misere gewesen. „Heute beeinflusst mich nicht mehr die Vergangenheit, sondern die Gegenwart. Ich bin dankbar für Gesundheit und meine Kinder.“
Hohen sechsstelligen Betrag investiert
Die Kosten für seine Verteidigung beziffert Strache mit einem hohen sechsstelligen Betrag. Der Ersatz für die bisherigen Freisprüche? Beträgt laut dem Ex-Politiker einen absoluten Bruchteil, der in keinem Verhältnis steht. Dazu wären Straches Ersparnisse, ebenfalls im sechsstelligen Bereich, bis heute eingefroren.
„Habe reines Herz und konzentriere mich auf meinen Job“
Ganz ausgestanden ist die juristische Aufarbeitung aber noch nicht. Im Herbst muss sich Strache unter anderem im sogenannten Casinos-Verfahren erneut vor Gericht verantworten. Darauf angesprochen, beweist der 57-Jährige erneut langen Atem: „Ich habe ein reines Herz und konzentriere mich bis dahin auf meinen Job in der Unternehmensberatung.“

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