Besonders betroffen ist Berlin. In der Bundeshauptstadt wurden 118 Fälle registriert – fast viermal so viele, wie es dem Bevölkerungsanteil entsprechen würde. Auch Niedersachsen weist laut der Auswertung eine überdurchschnittlich hohe Zahl solcher Delikte auf.

Opfer zu 80 Prozent deutsche Staatsangehörige

Die Zahl der Gruppenvergewaltigungen bleibt damit auf einem hohen Stand. Die Gruppe der Tatverdächtigen wird von deutschen Staatsbürgern angeführt (509), Syrern (110), Afghanen (64), Irakern (46) und Türken (44). Ein möglicher Migrationshintergrund bei den deutschen Staatsbürgern werde nicht berücksichtigt, schreibt der Focus.

AfD ortet „Versagen“

Besonders brisant: 72 Prozent der Tatverdächtigen wären bereits vor den mutmaßlichen Taten polizeibekannt gewesen. Sie wären also schon zuvor mit den Strafverfolgungsbehörden in Konflikt geraten. Die AfD wertet dies als Fehler von Justiz, Sicherheitsbehörden und Politik und fordert schärfere Maßnahmen. Der AfD-Politiker Stephan Brandner spricht daher gegenüber der Welt von einem „eklatanten Versagen.“

Eigener Straftatbestand existiert nicht

Im Vergleich zu den Vorjahren ist die Zahl der registrierten Fälle zwar leicht rückläufig. 2024 wurden 788, 2023 761 und 2022 789 Gruppenvergewaltigungen erfasst. Einen eigenen Straftatbestand für Gruppenvergewaltigungen gibt es in Deutschland allerdings nicht. Die Zahlen beruhen auf der Auswertung entsprechender Sexualdelikte durch die Sicherheitsbehörden. Und: Vor 2015 wäre dieses Phänomen allerdings nahezu unbekannt gewesen – also vor der Zeit der großen Flüchtlingsbewegung.