Abdul Rahman Ballout ist nach NIUS-Informationen im Juli 2005 in Berlin geboren worden, hat seine Wurzeln jedoch im Libanon. Den weißen Van mit Berliner Kennzeichen, mit dem er seine Terror-Fahrt begangen hat, hatte sich Ballout vor seiner Tat gemietet.

Verdächtiger war amtsbekannt

Ballout war der Polizei bekannt – als Straftäter und als Islamist. „Zu dem Beschuldigten liegen neben allgemeinpolizeilichen auch umfangreiche staatsschutzpolizeiliche Erkenntnisse im Bereich religiöse Ideologie und  Islamismus vor“, heißt es in einer internen Polizeimitteilung, die NIUS vorliegt. Auch öffentlich sagte ein Polizeisprecher, dass Ballout der islamistischen Szene Berlins zugeordnet wird – auch eine Nähe zue extremistischen Terrororganisation „Islamischen Staat“ steht im Raum.

Abdul B.
Abdul B.

Als Terrorakt eingestuft

Deshalb stuft die Polizei den Anschlag auf den CSD auch als möglichen Terrorakt ein, denn weiter heißt es: „Aufgrund des Anschlagsziels und der sich darstellenden Tatausführung kann ein Bezug zum Phänomenbereich Religiöse Ideologie und Islamismus nicht ausgeschlossen werden. Nach Erstbewertung kann somit von Terrorismus oder politisch motivierter Gewaltkriminalität von bundesweiter Bedeutung ausgegangen werden.“ Die Erstürmung der Wohnung von Ballout durch die Polizei bliebt erfolglos – er war nicht vor Ort.

26 Gespräche zur Deradikalisierung durchgeführt

Der 21-Jährige saß bis Mai noch im Gefängnis, musste einen Jugendarrest absitzen. Ballout war unter anderem wegen wegen schwerer Körperverletzung und räuberischer Erpressung polizeibekannt. Wie die Welt berichtet, befand sich Ballout auf Bewährung oder Vorbewährung und hatte die Weisung bekommen, Gespräche mit Deradikalisierungsstellen zu führen. Von den insgesamte 26 Terminen soll er zwei wahrgenommen haben.

Laut Bild wurde Abdul Ballout erst im Mai 2026 vom Amtsgericht Tiergarten zu einem Jahr und zehn Monaten Haft verurteilt – wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Er war im Libanon festgenommen und zurück nach Deutschland gebracht worden. Die Polizei habe ihn teileweise observiert.

Budesweite Fahndung läuft

Nur rund 1000 Meter vom Tatort entfernt, in der Bissingszeile, ist der mutmaßliche Attentäter gemeldet. In der Nacht stürmten Spezialeinheiten der Polizei die Wohnung, ohne jedoch Ballout festnehmen zu können.  Bundesweit wird nach Ballout nun gefahndet, nach dem sogenannten „FAKS 300“ („Fahndungs- und Aufklärungskonzeptes Staatsschutz“) – die Polizei Berlin hat ein Foto des Mannes veröffentlicht.

Dieser Artikel ist ursprünglich auf unserem Partnerportal NIUS erschienen.