Die fünf Eisheiligen, die vom 11-15 Mai gefeiert werden, heißen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia (die “kalte Sophie”). Sie stehen für eine wetterkundliche Periode, in der es in Mitteleuropa oft noch einmal zu spätem Bodenfrost kommt, weshalb empfindliche Pflanzen erst nach diesen Tagen ausgepflanzt werden sollten. In der bäuerlichen Wetterkunde gilt der 15. Mai als der Tag, an dem das Risiko für nächtliche Bodenfröste – die sogenannten Strahlungsfröste – endlich endet. Sobald die Sonne am 15. Mai untergegangen ist, so die Hoffnung der Landwirte und Hobbygärtner seit Generationen, sollte die gefährliche Kaltluftströmung aus dem Norden abgeklungen sein. Wer seine empfindlichen Pflanzen erst nach diesem Datum ins Freie setzt, ist auf der sicheren Seite.

Bauernregeln stimmen nicht immer

In manchen Regionen, insbesondere im Süden, wird Sophia am 15. Mai als “kalte Sophie” als besonders gefährlich für junge Pflanzen angesehen, während der Fokus im Norden oft stärker auf den ersten drei bis vier Tagen liegt. Deshalb heißt eine alte Bauernregel: “Pflanze nie vor der kalten Sophie”. Erst danach sollten empfindliche Gewächse wie Tomaten oder Zucchini ins Freie – sonst droht ihnen möglicherweise der Kältetod, In 61 Prozent der Fälle trafen die Eisheiligen nach heutigem Kalender nicht zu. Andererseits wird berichtet, ein tatsächlicher kurzer Temperaturrückgang in der Zeit um den 22. Mai sei wissenschaftlich bestätigt. Dies entspräche genau dem Zeitraum der Eisheiligen im 15. Jahrhundert.