Unter den 17 Passagieren, die in die USA gebracht wurden, wies laut US-Gesundheitsministerium eine Person leichte Symptome auf, eine weitere wurde schwach positiv auf das Virus getestet.

Bisher seien 94 Passagiere von Bord geholt worden, erklärte Garcia am späten Sonntagabend. Der australische Flug soll am Montag sechs Passagiere an Bord nehmen, der niederländische 18. In beiden Maschinen sollen sich auch Bürger anderer Staaten befinden. Neuseeland verhandelt eigenen Angaben zufolge noch über die Rückholung eines Staatsbürgers. Ein japanischer Passagier traf der Regierung in Tokio zufolge bereits mit einem britischen Charterflug in Großbritannien ein. Dort soll er 45 Tage lang medizinisch überwacht werden. Er sei bei guter Gesundheit.

Von den 38 philippinischen Besatzungsmitgliedern seien bisher alle negativ getestet worden, so die Regierung in Manila. 24 von ihnen sollen in die Niederlande geflogen werden, um dort eine sechswöchige Quarantäne zu absolvieren. Die übrigen 14 Besatzungsmitglieder bleiben an Bord, um das Schiff zur Desinfektion in die Niederlande zu steuern. Zielhafen ist Rotterdam.

42 Tage Quarantäne

Die ersten Passagiere und Crewmitglieder hatten das Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“, auf dem das gefährliche Hantavirus ausgebrochen war, am Sonntag verlassen. Sie wurden mit Militärbussen zum Flughafen der kanarischen Insel Teneriffa gebracht und von dort aus in ihre Heimatländer ausgeflogen, wie spanische Regierungsvertreter angaben. Sie betonten, die Betroffenen kämen nicht mit der Öffentlichkeit in Kontakt. Die Passagiere dürfen das Schiff erst verlassen, wenn ihr jeweiliges Evakuierungsflugzeug eingetroffen ist, so die spanischen Behörden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfahl ab Sonntag eine Quarantäne von 42 Tagen.

Die Flugzeuge für spanische und französische Staatsangehörige flogen bereits am späten Sonntagvormittag ab. Danach wurden laut der spanischen Gesundheitsministerin Mónica García Bürger aus Kanada, den Niederlanden, Großbritannien und den USA ausgeflogen. Das niederländische Flugzeug habe zudem Deutsche, Belgier und Griechen an Bord genommen.

Das deutsche Gesundheitsministerium teilte mit, dass vier deutsche Passagiere am Sonntagabend in den Niederlanden landen sollen. „Im Anschluss erfolgt eine Überführung nach Deutschland, wo die Kontaktpersonen zunächst ärztlich betreut werden. Zu Beginn der kommenden Woche erfolgt ein Weitertransport in die jeweiligen Bundesländer zur Quarantäne, die nach den Anordnungen der jeweiligen Gesundheitsämter erfolgt“, erklärte ein Sprecher des Ministeriums. Auch die Ankunft der beiden irischen Passagiere in ihrem Heimatland wurde laut dem irischen Infrastrukturminister Jack Chambers für den Abend erwartet.

Spezialisten landen auf Insel im Südatlantik

Das britische Militär schickte zudem per Fallschirm Helfer auf die abgelegene Insel Tristan da Cunha im Südatlantik, um einen möglicherweise infizierten Briten zu behandeln. Laut einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums in London sprangen am Samstag sechs Soldaten und zwei Mediziner zusammen mit Sauerstoff und weiteren Hilfsgütern über der Insel ab. Es sei das erste Mal, dass die Streitkräfte medizinisches Personal für einen humanitären Einsatz per Fallschirm absetzten. Der Patient war Passagier des Schiffes und lebt auf der Insel, die ein britisches Überseegebiet ist und über keinen Flughafen verfügt. Vier Patienten befinden sich zudem in Krankenhäusern in Südafrika, den Niederlanden und der Schweiz.

Bei dem Ausbruch sind nach Angaben der WHO acht Menschen erkrankt, sechs davon nachweislich an dem Hantavirus. Unter den drei Verstorbenen war auch eine Deutsche. Die europäische Gesundheitsbehörde stufte vorsorglich alle Passagiere als Hochrisikokontakte ein. Für die Allgemeinheit schätzt die WHO das Risiko einer Ansteckung als gering, für die Menschen an Bord jedoch als moderat ein.

Erste Betroffene vor Schiffsreise infiziert

Das Hantavirus wird in der Regel durch Nagetiere übertragen, kann jedoch in seltenen Fällen von Mensch zu Mensch weitergegeben werden. Das spanische Gesundheitsministerium schrieb in einem Bericht, dass auf dem Schiff keine Nagetiere entdeckt worden seien. Die WHO geht davon aus, dass sich die erste betroffene Person vor dem Betreten des Schiffes infiziert hat, möglicherweise während einer Reise durch Argentinien und Chile.

Die „MV Hondius” hatte am Mittwoch die Küste der Kapverden in Richtung Teneriffa verlassen. Das Virus wurde am 2. Mai entdeckt, nachdem die südafrikanischen Behörden einen Briten getestet hatten, der auf der Intensivstation behandelt wurde. 21 Tage zuvor war der erste Passagier gestorben.