Es ist ein Bild, das kein Elternteil in einem Kinderpark sehen will: Rund um den Minna-Lachs-Park mitten in Wien-Mariahilf bahnt sich offenbar ein neuer Drogen-Hotspot an – „genau vor einer Volksschule und mitten auf dem Kinderspielplatz”, wie eine Anrainerin erbost schildert.

Der Grund für die Verlagerung liegt nur wenige Meter entfernt. Seit Anfang Mai gilt rund um die berüchtigte U6-Station Gumpendorferstraße und den Fritz-Imhoff-Park eine Alkoholverbotszone. Die Folge: Beeinträchtigte Süchtige weichen aus und ziehen immer weiter ins Innere des Bezirks – nun bis in einen bei Familien beliebten Park.

„Wie im Film ‚The Walking Dead'"

Besonders drastisch fällt die Schilderung der betroffenen Mutter aus. Die 47-Jährige besuchte den Park mit ihren beiden Kindern (4 und 9) fast täglich am Nachmittag. „Mittlerweile ist das wie im Film ‚The Walking Dead’, täglich schlurfen die Junkies umher, manche setzen sich vor Kindern die Spritze”, so die Wienerin.
Rund um Kinderrutsche, Gebüsch und Parkbänke würden immer wieder Drogenutensilien gefunden. Von den versprochenen Polizeipatrouillen sei hingegen weit und breit nichts zu sehen. Besonders bitter: „Mir hat die Polizei sogar einmal am Notruf aufgelegt, nachdem ich mich wiederholt beschwert hatte”, erzählt die Frau.

Stadt spricht von „niedrigem Niveau"

Die Stadt sieht die Lage weit weniger dramatisch. „In den vergangenen Tagen wurde eine leichte Häufung einzelner Wahrnehmungen festgestellt”, räumt Wiens Drogenkoordinator Ewald Locher gegenüber „Heute” ein, „wir nehmen das ernst und sind präsent im Park.” Sozialarbeiter seien täglich, teils mehrmals am Tag vor Ort, suchten das Gespräch mit den Betroffenen und sorgten dafür, dass Spielplätze nicht als Konsumorte genutzt würden. Konsumspuren würden rasch entfernt.
Eine neue Häufung seit Einführung der Schutzzone will Locher aber ausdrücklich nicht erkennen: Die Zahl der angetroffenen Konsumenten bewege sich sowohl im Vergleich zur Zeit davor als auch gegenüber dem Vorjahr auf einem ähnlich niedrigen Niveau – das Ergebnis monatelanger Beobachtungen.