Die Dynamik hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Drogen sind heute nicht mehr auf urbane Zentren beschränkt, sondern erreichen zunehmend auch kleinere Städte und ländliche Regionen.

Die steirische Suchtkoordinatorin Juliane Cichy beschreibt diese Entwicklung igegenüber dem ORF unmissverständlich: „In den letzten Jahren hat sich das auf alle Bezirkshauptstädte und Gebiete in der Steiermark bereits ausgedehnt.“ Der Drogenmarkt sei deutlich breiter geworden – und zugleich schwerer kontrollierbar.

Jugendliche im Fokus – Zugang so einfach wie nie

Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung bei jungen Menschen. Der Einstieg erfolgt früher, die Hemmschwelle sinkt. „Die Drogenkonsumenten werden jünger, Jugendliche haben absolut kein Problem mehr an Drogen zu kommen“, warnt Cichy.

Ein wesentlicher Treiber ist der leichte Zugang über digitale Kanäle. Internetplattformen und persönliche Netzwerke ermöglichen eine unkomplizierte Beschaffung. Gleichzeitig trägt die Darstellung von Drogen in sozialen Medien dazu bei, den Konsum zu verharmlosen oder sogar zu glorifizieren.

Härtere Substanzen im Vormarsch

Parallel zur steigenden Verfügbarkeit verändert sich auch die Art der konsumierten Drogen. Substanzen mit stärkerer Wirkung rücken zunehmend in den Vordergrund.

Kokain etwa ist mittlerweile in breiteren Gesellschaftsschichten angekommen. Auch Crystal Meth bleibt präsent, während Fentanyl zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Mischkonsum als unterschätzte Gefahr

Ein besonders kritischer Trend ist der sogenannte Mischkonsum. Dabei werden verschiedene Substanzen kombiniert – häufig ohne ausreichendes Wissen über deren Wechselwirkungen.

Die Folgen können gravierend sein: Unvorhersehbare Reaktionen, erhöhte Überdosierungsgefahr und langfristige gesundheitliche Schäden. Für Präventionsarbeit bedeutet das eine zusätzliche Komplexität, da klassische Aufklärungsstrategien oft nicht mehr ausreichen.