Erneut sind Migranten an der Südküste der griechischen Insel Kreta angekommen. Nach Angaben lokaler Medien wurden am Montag 101 Menschen in Kaloi Limenes an Land gebracht. Unter ihnen befanden sich auch eine Frau und ein Säugling. Bereits am Sonntag waren 44 Personen in derselben Region sowie 85 Menschen auf der kleinen Insel Gavdos eingetroffen.

Anhaltender Migrationsdruck

Die jüngsten Vorfälle verdeutlichen weiter den anhaltenden Migrationsdruck auf die südlichen Außengrenzen Griechenlands. Besonders die Inseln Kreta und Gavdos entwickeln sich zu neuen Ankunftspunkten für Boote, die von der nordafrikanischen Küste aus starten, vor allem aus Libyen.

Deutliche Zunahme seit 2022

Während die östlichen Ägäisinseln wie Lesbos, Chios und Samos seit der Flüchtlingskrise von 2015 im Mittelpunkt standen, spielte Kreta lange Zeit nur eine untergeordnete Rolle auf den Migrationsrouten nach Europa. Seit etwa 2022 beobachten die griechischen Behörden jedoch eine deutliche Zunahme der Ankünfte südlich von Kreta.

Zahl der Rettungseinsätze ist stark angestiegen

Schleppernetzwerke nutzen verstärkt längere Routen über das Mittelmeer, um Kontrollen in der östlichen Ägäis zu umgehen. Besonders betroffen sind abgelegene Küstenorte im Süden Kretas sowie die kleine Insel Gavdos, die geografisch näher an Afrika als am griechischen Festland liegt. Im Jahr 2023 registrierten die Behörden mehrere Tausend Ankünfte in der Region Kreta–Gavdos. Die Zahl der Rettungseinsätze durch die griechische Küstenwache stieg deutlich an.

Schlepperboote nicht seetüchtig

Viele der Schlepperboote sind überfüllt und nicht seetüchtig, wodurch sich die Gefahr von Unglücken auf See erhöht. Auch 2024 und 2025 setzte sich dieser Trend fort. Lokale Behörden auf Kreta beklagen eine zunehmende Belastung der Unterbringungs- und Versorgungsstrukturen.

Athen fordert mehr Unterstützung durch die EU

Gleichzeitig fordert die griechische Regierung mehr Unterstützung von der Europäischen Union beim Schutz der Außengrenzen und bei der Verteilung von Migranten innerhalb Europas. Menschenrechtsorganisationen weisen hingegen darauf hin, dass viele der Ankommenden vor Krieg, Armut oder politischer Instabilität fliehen. Die Situation im zentralen Mittelmeer bleibt definitiv eines der wichtigsten migrationspolitischen Themen Europas.