Es ist ein Fall, der Österreich erschüttert. Am 24. November 2025 stach ein 51-jähriger afghanischer Pizzabäcker in Wien-Donaustadt mit einem Küchenmesser mehr als zwölf Mal auf seine eigene Tochter ein – weil sie einen gleichaltrigen Rumänen als Freund hatte. Einen Nicht-Muslim. Das Mädchen war zu diesem Zeitpunkt bereits einem 22-jährigen Mann in Afghanistan versprochen.

Der siebenfache Vater wollte die „Familienschande tilgen” – so die Staatsanwältin. Gegenüber der Polizei sagte er selbst: „Ich war es, ich habe sie mit dem Messer gestochen, ich bin im Recht, meine Tochter hat einen Freund.” Am Dienstag fiel nach kurzer Beratung das Urteil: Lebenslange Haft – nicht rechtskräftig. Der exxpress berichtete.

Vorgeschichte: Familie wusste von Beziehung

Der Mann war 2004 als Flüchtling aus Afghanistan nach Österreich gekommen – eigentlich wollte er nach England, wurde aber zurückgeschoben. Bis zum Tag der Tat war er unbescholten. Als die Familie von der Beziehung der Tochter erfuhr, eskalierte die Situation schnell. Nicht nur der Vater reagierte mit Gewaltdrohungen – auch die Oma soll dem Mädchen mit Messergewalt gegen den Genitalbereich gedroht haben. Das Mädchen war bereits einem 22-jährigen Mann in Afghanistan versprochen – diese Verbindung sollte offenbar um jeden Preis geschützt werden.

„Du hast unsere Familie beschmutzt"

Am Abend des 24. November verließ der Vater zunächst die Wohnung, um nach dem Freund seiner Tochter zu suchen. Als er zurückkam, wollte das Mädchen zur Polizei gehen – der Vater bestand darauf, sie zu begleiten.

Auf dem Weg eskalierte die Situation. Er zog ein Küchenmesser und stach auf sie ein, dabei soll er geschrien haben: „Du hast unsere Familie beschmutzt und du denkst, ich lasse dich einfach so davonkommen?” Die Klinge brach nach einem der ersten Stiche ab – er stach trotzdem weiter. Das Mädchen biss ihm in die Finger und konnte so womöglich weitere Stiche verhindern. Ein Augenzeuge beschrieb die Szene später gegenüber der Polizei: „Es waren für mich Todesschreie. Es war furchtbar. Ich habe so etwas noch nie gehört.”

Arzt rettete ihr das Leben

Die 15-Jährige erlitt eine schwere Stichverletzung in der Brusthöhle, zahlreiche Schnitt- und Stichverletzungen an Hals, Kopf und Oberkörper sowie einen abgebrochenen Schneidezahn. Bis heute trägt sie Narben am Hals.

Ihre Todesschreie alarmierten Passanten – ein Arzt aus einer nahegelegenen Ordination eilte zur Hilfe und versorgte das Mädchen noch vor Ort. Nur so konnte die 15-Jährige gerettet werden.

Zahnschmerzen, Schreiduell und „grandioser Integrationserfolg"

Vor Gericht verlor sich der Angeklagte in Ausflüchten. Er schob Zahnschmerzen vor, die ihn irrational werden ließen, behauptete die Klinge sei bereits nach einem Stich abgebrochen – und erklärte schließlich: „Dann ist mir dieser Fehler passiert.”

Kulturelle Hintergründe bestritt er: „Ich bin ein Muslim, aber ein ganz normaler Muslim.” Sein Verteidiger Peter Philipp sah das anders: „Die Tat ist unverzeihlich. Aber wenn man die Mentalität dieser Leute kennt – es ist einfach die Kultur, da hilft’s auch nicht, wenn man schon 20 Jahre hier lebt.”

Während der Befragung lieferte sich Philipp sogar ein lautstarkes Schreiduell mit seinem eigenen Mandanten – die Richterin musste eingreifen. Der psychiatrische Gutachter bescheinigte dem Mann eine „grandioser Integrationsleistung” – echte Reue sei allerdings nicht erkennbar gewesen.

Tochter entlastete Vater – unter Polizeischutz

Das Mädchen erschien unter Polizeischutz vor Gericht – mehrere Familienmitglieder waren ebenfalls anwesend. Was dann folgte, sorgte für Irritationen im Saal. Die 15-Jährige revidierte sämtliche früheren Angaben und erklärte: „Mein Vater ist eigentlich eine sehr liebevolle Person. Ich war einfach zu rebellisch. Ich liebe meinen Vater und ich verzeihe ihm.”

Auf Vorhalt ihrer detaillierten Polizeiaussagen behauptete sie schließlich: „Das bei der Polizei habe ich erfunden.” Die Staatsanwältin sprach von einer Schutzbehauptung: „Menschlich verstehe ich das, aber diese Aussagen sind nicht glaubwürdig.” Die Anwältin des Mädchens erinnerte an das massive Trauma: „Die Verantwortung trifft nicht sie, egal was sie gemacht hat.” Sie forderte 5.640 Euro Schmerzengeld – vom Vater anerkannt.

Die Geschworenen ließen sich vom Sinneswandel dennoch nicht täuschen: Nach kurzer Beratung fiel das Urteil eindeutig aus – lebenslange Haft.

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