„Nach dem Transport wird das Fahrzeug im Hygiene-Zentrum des Wiener Gesundheitsdienstes der Magistratsabteilung 15 (MA 15) dekontaminiert und es besteht keine Gefahr“, hieß es weiter. Als Nächstes müsse nun eine Ebola-Diagnose ausgeschlossen und eine alternative Diagnose gefunden werden. Das Team starte sofort mit den Testungen und Maßnahmen.

Frau nun in Isolationszimmer

Laut WIGEV verfügt die Klinik Favoriten über die einzigen Sonder-Intensivzimmer Österreichs für die Behandlung hochpathogener Infektionserreger. Die speziell ausgestatteten Isoliereinheiten sind mit mehrstufigen Schleusensystemen sowie Unterdrucktechnik ausgerüstet. Dadurch wird sichergestellt, dass potenzielle Krankheitserreger den Behandlungsbereich nicht verlassen können. Die Versorgung erfolgt durch speziell geschulte Mitarbeiter unter höchsten Sicherheits- und Hygienestandards. Dabei kommt umfassende Schutzausrüstung zum Einsatz, um das Infektionsrisiko für Personal und Umfeld bestmöglich zu minimieren.

Sollte sich der Ebola-Verdacht bei der Patientin bestätigen, würde sie wohl unter Anleitung von Christoph Wenisch behandelt. Er leitet in der Klinik Favoriten die 4. Medizinische Abteilung mit Infektions- und Tropenmedizin. Wenisch geht im Fall des Falles davon aus, dass die Patientin wieder gesund wird, da „wir hier in Wien wirklich exzellente Behandlungsmöglichkeiten haben, die es anderswo nicht gibt”. Es sei allerdings keineswegs sicher, dass sich der Verdacht bestätige.

Wenn es sich um eine Ebola-Infektion handle, „werden wir sie behandeln”, sagte der Mediziner. „Zwei Punkte sind zu berücksichtigen. Das eine ist, dass man das Syndrom an sich behandelt, also mit einer unterstützenden Therapie, um Komplikationen der Infektion zu vermeiden. Die zweite Überlegung ist, ob man sich an einer von der WHO initiierten Studie zu zwei unterschiedlichen monoklonalen Antikörpern beteiligt, die sich derzeit in Teststadien befinden.“

Nicht durch die Luft übertragbar

Wenisch erläuterte, dass das Virus seinen Namen von einem Fluss habe. „Leider ist es so, dass sich diese Viren, wie Viren es nun einmal tun, ein bisschen verändern. Und dann immer wieder über verschiedene Wirte zu den Menschen gelangen. Aber Ebola wird nicht wie Corona über die Luft übertragen. Es handelt sich um eine Schmierinfektion, bei der enger und längerer Kontakt für die Übertragung notwendig ist. Ebola kann zu schweren Verläufen mit Durchfällen und Veränderungen des Blutbilds, der Leber-, Nieren- und Atmungsfunktion führen“, zitierte die Krone den Experten. Bei den Veränderungen des Blutbildes handele es sich quasi um eine Verdünnung der Blutgerinnung, „wenn man es so salopp sagen möchte“. Dadurch blute man durch die Schleimhaut. Durch medizinische Behandlungen könne man die Blutgerinnung jedoch verbessern.

Wenisch verneinte auch die Frage, ob das Ebola-Virus die nächste Pandemie auslösen könnte. „Nein, ganz sicher nicht, weil der Übertragungsweg eben nicht über die Luft ist. Auch historisch betrachtet sind die Ausbrüche immer lokal geblieben.“ Zudem könne das Virus nicht so mutieren, dass es irgendwann über die Luft übertragen werden könne. „Dafür ist das Virus zu groß“, erläuterte der Infektiologe.

Eine erste Blutprobe, die noch in Linz im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern genommen wurde, hatte kein Vorhandensein einer Ebola-Infektion gezeigt. Der vorläufige Befund müsse aber noch durch eine zweite Probe bestätigt werden, so die Landessanitätsdirektion Oberösterreich am Donnerstag. Dies könne aber erst am dritten Tag nach Auftreten von Symptomen geschehen, so die Sprecherin. Dies soll nun am Freitag in Wien geschehen.

„Keine Gefahr für Patienten und Mitarbeiter"

Als die erkrankte Person am Mittwoch eingeliefert wurde, war das Klinikum bereits über den Verdacht informiert und entsprechend vorbereitet. „Für Patienten, Besucher und Mitarbeitende des Ordensklinikums Linz bestand und besteht keine Gefahr”, wurde versichert.

Da die Frau am Montag aus Uganda zurückgekehrt war, das derzeit von dem aktuellen Ebola-Ausbruch betroffen ist, wurde sie entsprechend den medizinischen Leitlinien isoliert und behandelt. Laut dem Behandlungsteam in Linz war ihr Gesundheitszustand vor der Überstellung nach Wien stabil. Die Gesundheitsbehörden leiteten noch am Mittwochabend das Kontaktpersonenmanagement in die Wege. Mit Details halten sich die Behörden bedeckt, sie berufen sich auf den Datenschutz.

200 Tote in Demokratischer Republik Kongo

Im Zusammenhang mit dem aktuellen Ebola-Ausbruch wurden in der Demokratischen Republik Kongo inzwischen mehr als 900 Verdachtsfälle und über 200 Todesfälle verzeichnet. Die WHO rechnet damit, dass sich die Lage in den afrikanischen Ländern weiter zuspitzen wird. Ebolafieber ist eine hochansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Der aktuelle Ausbruch des seltenen Bundibugyo-Typs ist besonders schwer einzudämmen, da es hierfür bisher weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt.

Die Zahl der Fälle in Uganda scheint bisher auf einige wenige beschränkt zu sein. In der Hauptstadt Kampala geht man mit der Infektionssituation relativ entspannt um, wie eine Einheimische berichtete. Es habe bisher ein Todesopfer in Uganda gegeben. Die Person kam demnach aus der Demokratischen Republik Kongo und starb im Mulago-Krankenhaus in Kampala. Einige weitere Personen würden behandelt. Eine Ausbreitung der Infektionen in ugandischen Siedlungen habe es aber bisher nicht gegeben. Sie fühle sich sicher, betonte die Informantin: „Wir hoffen, es bleibt unter Kontrolle.” Laut der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC ist die Zahl der bestätigten Ebola-Fälle am Donnerstag auf acht gestiegen.