Der diesjährige Eurovision Song Contest in Wien war im Vorfeld von massiven Spannungen rund um die Teilnahme Israels überschattet worden. Sänger Noam Bettan erreichte mit seinem Song „Michelle“ am Ende den zweiten Platz und kämpfte bis zur letzten Punktevergabe sogar um den Sieg. Letztlich setzte sich jedoch Bulgarien durch und gewann erstmals in der Geschichte des Bewerbs die ESC-Krone.
Besonders während der Punktevergabe wurde die Stimmung in der Halle aufgeheizt. Als Israel zwischenzeitlich die Führung übernahm, reagierten Teile des Publikums mit deutlichen Buh-Rufen. Gleichzeitig erhielt der israelische Beitrag sowohl von den Zuschauern als auch von mehreren Jurys starke Wertungen und blieb bis zuletzt im Rennen um den Gesamtsieg.
Palästina-Flagge während Final-Auftritt
Bereits während des Auftritts von Noam Bettan kam es zu einem politischen Protest im Saal. Direkt neben der Bühne wurde eine Palästina-Flagge geschwenkt, die kurz auch in den TV-Bildern zu sehen war. Die Szene sorgte anschließend in sozialen Netzwerken für heftige Diskussionen.
14 Festnahmen
Auch außerhalb der Wiener Stadthalle eskalierte die Lage. Am Samstagabend musste die Polizei gegen eine nicht angemeldete pro-palästinensische Versammlung auf den Stufen der Hauptbücherei einschreiten. Laut Polizei wurden insgesamt 14 Aktivisten festgenommen. Den Demonstranten wurde neben der unerlaubten Versammlung auch ein Verstoß gegen das geltende Vermummungsverbot vorgeworfen.
Schon in den Tagen vor dem Finale hatte es in der Wiener Innenstadt mehrere Protestaktionen gegen Israels Teilnahme gegeben. Auch unmittelbar vor der Finalshow fand eine größere Demonstration statt (exxpress berichtete).

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