Der Vorfall ereignete sich bereits im Oktober 2024 in einem Kindergarten an der Zürcher Goldküste. Die Pädagogin bat einen dunkelhäutigen Kindergartenassistenten, gemeinsam mit den Kindern das bekannte Kartenspiel „Schwarzer Peter“ zu spielen.
Da der Assistent das Spiel nicht kannte, erklärten ihm die Kinder die Regeln: Wer am Ende die Karte mit dem „Schwarzen Peter“ auf der Hand hält, verliert. Laut Berichten fühlte sich der Mann dadurch diskriminiert und wandte sich zunächst an die Leitung der Einrichtung. Anfang 2025 erstattete er schließlich Anzeige bei der Polizei, berichtet die Heute.
Forderung nach Schadenersatz
Neben der Anzeige verlangte der Assistent rund 8.000 Schweizer Franken Schadenersatz – umgerechnet etwa 8.650 Euro. Zudem erhob er den Vorwurf, die Pädagogin habe während des Spiels rassistische Äußerungen gemacht.
Die Beschuldigte weist sämtliche Vorwürfe entschieden zurück. Gegenüber Medien erklärte sie, niemanden diskriminiert zu haben. Die Anzeige habe jedoch gravierende Folgen für sie gehabt: Ihr laufendes Einbürgerungsverfahren sei gestoppt worden, außerdem habe ihr Ruf erheblich gelitten.
Verfahren endet ohne Urteil
Zu einem Gerichtsprozess kam es letztlich nicht. Das Strafverfahren wurde eingestellt, nachdem der Anzeigeerstatter im Frühjahr 2026 keine Aussage mehr bei der Staatsanwaltschaft machen wollte.
Die Pädagogin zeigte sich dennoch enttäuscht. Ihrer Darstellung zufolge habe niemand das persönliche Gespräch mit ihr gesucht. Sie selbst habe inzwischen mehrere Verantwortliche wegen mutmaßlichen Amtsmissbrauchs angezeigt.
Der Kindergartenassistent schilderte den Ablauf hingegen anders. Er erklärte, sehr wohl versucht zu haben, mit der Pädagogin zu sprechen, ein Treffen sei jedoch nie zustande gekommen. Außerdem habe er die Figur auf der Spielkarte eindeutig als schwarze Person wahrgenommen und sich dadurch verletzt gefühlt.
Der Fall hat in der Schweiz eine Diskussion über Sprache, historische Begriffe und den Umgang mit traditionellen Spielen ausgelöst. Während die einen das Kartenspiel als harmlosen Klassiker betrachten, sehen andere darin einen Begriff, der heute unterschiedlich wahrgenommen werden kann.

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