2013 wurde Vila zu 127 Jahren Haft verurteilt. Seine Opfer waren hochbetagt. Viele waren zwischen 80 und 90 Jahre alt. Die Morde ereigneten sich zwischen 2009 und 2010.

Nun ist der Fall zurück in den Schlagzeilen. Vila hat im Gefängnis Puig de les Basses in Figueres eine Geschlechtstransition begonnen – und wurde bereits in ein Frauenmodul verlegt.

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Neuer Name: Aura oder Aída?

Beim neuen Namen gibt es unterschiedliche Angaben. El País berichtet, Vila nenne sich heute Aura. Andere spanische Medien sprechen von Aída. Klar ist: Vila identifiziert sich in der Zwischenzeit als Frau. Seinem Umfeld im Gefängnis soll er bereits vor Monaten von seiner Wandlung berichtet haben. Auch sein äußeres Erscheinungsbild soll er verändert haben – mit längeren Haaren und anderer Kleidung.

Der Prozess sei nicht spontan erfolgt. Spanische Berichte sprechen von einer längeren Begleitung durch Psychologen und spezialisierte Stellen. Bereits während der Ermittlungen und des Prozesses soll Vila erklärt haben, er fühle sich als Frau im Körper eines Mannes.

Elf Morde im Pflegeheim

Die Verbrechen, wegen derer Vila verurteilt wurde, gehören zu den schwersten Serienmordfällen Spaniens der vergangenen Jahrzehnte.

Zunächst nutzte er Methoden, die schwer nachzuweisen waren: Medikamentencocktails, Barbiturate oder tödliche Insulindosen. Einige Todesfälle wurden deshalb zunächst nicht als Verbrechen erkannt.

Später wurden die Taten brutaler. Vila flößte alten Menschen Bleichmittel, Waschmittel oder andere ätzende Substanzen ein – oder injizierte sie ihnen. Die Opfer erlitten schwerste innere Verätzungen.

Sein letztes Opfer war Paquita Gironès i Quintana. Die Witwe litt an Demenzschüben. Sie soll zuvor über Misshandlungen geklagt haben. Ihre Hinweise wurden spanischen Medien zufolge aber nicht ausreichend ernst genommen. Kurz darauf war sie tot – gestorben nach der Verabreichung einer ätzenden Substanz.

Keine Haftverkürzung – aber neue Unterbringung

Juristisch ändere die Transition nichts an der Strafe, heißt es. Die Verurteilung bleibt bestehen. Auch ein möglicher Namens- oder Geschlechtseintrag würde die strafrechtliche Verantwortung nicht berühren.

Vila sitzt seit Oktober 2010 im Gefängnis. Obwohl er zu 127 Jahren Haft verurteilt wurde, liegt die effektiv zu verbüßende Höchstdauer nach spanischem Recht bei 40 Jahren. Eine Entlassung käme daher frühestens im hohen Alter infrage.

Bislang erhielt Vila offenbar keine Haftausgänge. Auch eine beantragte Lockerung des Haftregimes wurde von Gerichten abgelehnt. Die Richter verwiesen auf die Schwere der Taten und auf Zweifel an einer echten inneren Entwicklung. In spanischen Medien ist von „oberflächlichem Charme“ und „Manipulationsfähigkeit“ die Rede.

Trotzdem hat die Transition konkrete Folgen: Vila lebt nun im Frauenmodul. Deshalb müssen die Gefängnisbehörden nun besondere Schutz- und Sicherheitsprotokolle anwenden – sowohl für Vila als auch für die anderen weiblichen Häftlinge.

Operation über öffentliche Gesundheitsversorgung?

Besonders heikel ist die Frage der medizinischen Behandlung. Spanische Medien berichten, Vila wolle eine geschlechtsangleichende Operation über das öffentliche Gesundheitssystem durchführen lassen.

Antena 3 nennt mögliche Kosten von bis zu 80.000 Euro. Ob diese Summe im konkreten Fall bereits offiziell feststeht, bleibt offen. Zuständig für die Bewertung weiterer medizinischer Schritte ist das Gesundheitsministerium.

Das katalanische Justizministerium äußerte sich zu dem konkreten Fall nicht im Detail. Es verwies aber darauf, dass es für solche Situationen Regeln und spezialisierte Teams gebe. Die Unterbringung solle grundsätzlich dem Geschlecht entsprechen, mit dem sich die Person identifiziert.