Nun zeigen NIUS-Recherchen: Noa Sander billigt nicht nur Gewalt gegen ihm unliebsame Journalisten, er agiert auch im Umfeld einer vom Verfassungsschutz beobachteten Organisation, die das System stürzen will.
„Faschisten mit Presseausweis sind immer noch Faschisten.“ Mit diesen Worten reagierte der Pressesprecher des Bündnisses „Widersetzen“, Noa Sander, auf einer Pressekonferenz am vergangenen Sonntag in Erfurt auf die Frage des Deutschlandfunk-Journalisten Henry Bernhard, ob das Bündnis die Angriffe auf Reporter von Apollo News im Rahmen der Proteste gegen den AfD-Parteitag verurteile. Zuvor hatte ein Reporter von Apollo News dieselbe Frage gestellt, war jedoch von einer Sprecherin des Bündnisses abgewiesen worden. Die Begründung: „Fragen von Apollo News nehmen wir nicht entgegen.“
Im Zebrakleid auf Kuschelkurs mit der Interventionistischen Linken
Doch nicht nur Sanders gewaltverherrlichende Aussage sorgt für Irritation. NIUS-Recherchen zeigen: Der „Widersetzen“-Pressesprecher steht in engem Kontakt mit der vom Verfassungsschutz beobachteten linken Organisation „Interventionistische Linke“ (IL). Dafür gibt es mehrere Hinweise.
So teilten der Instagram-Account der „Interventionistischen Linken“ und „Widersetzen“ bereits 2025 Videos von Noa Sander. Auch über die offiziellen Instagram-Konten der „Interventionistischen Linken“ sowie ihrer Ortsgruppen in Berlin und Hamburg wurden Sanders Inhalte beworben.
Damals noch mit kürzeren Haaren, aber ähnlich radikal: Noa Sander auf den Instagram-Kanälen der IL und von „Widersetzen“.
Doch das ist nicht der einzige Hinweis darauf, dass sich Sander im Umfeld der IL bewegt. Laut Zeit dementierte Sander nicht, Teil der „Interventionistischen Linken“ zu sein. Und: Schon 2024 wurde der linksradikale Aktivist in einem Artikel der linken Vernetzungsplattform „Scharf links“ als „Sprecherin der Interventionistischen Linken“ bezeichnet.
In dem Artikel wird Sander mit der Aussage zitiert, dass es ohne die „Überwindung des Kapitalismus“ und ohne eine „Revolution“ keine Zukunft für alle gebe. Diese Aussagen des „Widersetzen“-Pressesprechers decken sich mit den Erkenntnissen des Verfassungsschutzes zur IL.
Von „Scharf links“ wurde Sander bereits als „Sprecherin der Interventionistischen Linken“ bezeichnet.
„Überwindung des Kapitalismus“ als Ziel
Die „Interventionistische Linke“ gilt seit Jahren als Kaderschmiede für Linksextremisten und taucht regelmäßig in Verfassungsschutzberichten auf. Auch im Ende Juni von CSU-Innenminister Alexander Dobrindt und Verfassungsschutzpräsident Sinan Selen vorgestellten Verfassungsschutzbericht für 2025 wird die Organisation erneut genannt. Unter dem Punkt „Linksextremismus“: Die IL im Verfassungsschutzbericht von 2025.
Auffällig ist: Die Ziele, die Sander 2024 in dem Artikel von „Scharf links“ formulierte, unterscheiden sich kaum von den im Verfassungsschutzbericht genannten Zielen der Gruppierung. Dort heißt es unter anderem: „Ihr Ziel ist die Überwindung des ‚Kapitalismus‘ einschließlich des demokratischen Rechtsstaats mittels eines revolutionären Umsturzes“. Dass auch Sander sich eine Überwindung des Kapitalismus und des bestehenden Systems wünscht, daraus macht er keinen Hehl. In seinen Instagram-Videos betont er das immer wieder.
„Widersetzen uns der AfD“
Nicht nur bei den „Widersetzen“-Demonstrationen in Erfurt, auch in Riesa im Jahr 2025 war Sander stark involviert. Schon damals versuchte er, den AfD-Parteitag zu verhindern oder „zum Desaster zu machen“, scheiterte jedoch.
In einem Instagram-Video für die „Interventionistische Linke“ rief er nicht nur zur Blockade des Parteitags auf, sondern auch zu einer „Überwindung der kapitalistischen Trostlosigkeit“.
Auch in weiteren Videos vom Protest gegen den Parteitag 2025 gibt es erneut einen klaren IL-Bezug. So heißt es in einem weiteren Video: „als queer feminist*innen sind wir heute mit auf der Straße und widersetzen uns der AfD“.
In einem weiteren Video, das ebenfalls in Kooperation mit der „Interventionistischen Linken“ entstanden ist, ist Sander bei einer Demonstration gegen die Neugründung der AfD-Jugendorganisation 2025 in Gießen zu sehen.
Das Fazit des jungen Mannes, der sich auf mehrfache Nachfrage der Zeit nicht darauf festlegen wollte, beim AfD-Parteitag auf Gewalt zu verzichten: „Antifa bleibt Handarbeit.“
Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partner-Portal NiUS erschienen.

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