Nach Angaben des Gemeindekirchenrats durfte das Bündnis die Kirche kurzfristig nutzen, nachdem wegen angekündigten Starkregens um einen wettergeschützten Ort für ein Training zum gewaltfreien Protest gebeten worden war.

Im Nachhinein zeigte sich die Gemeinde jedoch unzufrieden mit dem Ablauf. Das großflächige Anbringen von Plakaten im Kirchenschiff sowie ein großes Banner von der für Besucher gesperrten Orgelempore bezeichnete der Gemeindekirchenrat als einen „Missbrauch unserer Gastfreundschaft und des Kirchenraums“.

Zugleich stellte die Gemeinde klar, dass sie sich die Inhalte der Veranstaltung nicht zu eigen mache, berichtet Apollo News.

Kurzfristige Genehmigung wegen schlechten Wetters

Nach Darstellung der Gemeinde erfolgte die Genehmigung ausschließlich aufgrund der Wetterlage. In einem kurzfristigen schriftlichen Beschluss sei die Nutzung der Kirche ermöglicht worden, nachdem die Organisatoren auf den angekündigten Starkregen verwiesen hätten.

Von der späteren Gestaltung des Kirchenraums mit politischen Bannern und Plakaten habe die Gemeinde zuvor keine Kenntnis gehabt. Während der Veranstaltung erläuterten Vertreter des Bündnisses ihre Proteststrategie. Dabei wurde unter anderem erklärt, dass ziviler Ungehorsam und bewusste Regelverstöße Teil des Konzepts seien.

Das Bündnis hatte sich zum Ziel gesetzt, den Bundesparteitag der AfD durch Blockadeaktionen zu verhindern oder zumindest zu verzögern. Dieses Vorhaben gelang letztlich nicht.

Gemeinde rief bereits zuvor zur Besonnenheit auf

Nach Angaben des Gemeindekirchenrats war bereits vor dem Parteitagswochenende eine Stellungnahme veröffentlicht worden, in der zu einem friedlichen Umgang aufgerufen wurde.

Unter dem Motto „Herz statt Hetze“, das auch auf einem Banner am Kirchturm zu sehen gewesen sei, habe die Gemeinde für gegenseitigen Respekt und Gewaltfreiheit geworben.

Am Rande der Proteste kam es zu tätlichen Angriffen auf mehrere Journalisten. Die zuständigen Behörden ermitteln zu den Vorfällen. Unabhängig davon betont die Kirchengemeinde, dass sie weder organisatorisch noch inhaltlich für die Protestaktionen verantwortlich gewesen sei.