Mehrere Beschäftigte sollen sich an die Arbeiterkammer gewandt haben. Dabei geht es laut Berichten um fehlendes Trinkwasser bei Temperaturen von nahezu 30 Grad, verspätete Gehaltszahlungen und Abzüge von bis zu 30 Prozent beim Lohn.

Zusätzlich stehen manipulierte Stechuhren im Raum. Die betroffenen Arbeiter berichten demnach von fragwürdigen Arbeitszeitaufzeichnungen auf der Baustelle, die von einem Subunternehmen mit Sitz in London betrieben wird.

Die Arbeiterkammer Steyr bestätigte gegenüber ORF Oberösterreich, dass Beschwerden eingegangen seien. Zum konkreten Inhalt äußerte man sich allerdings nicht.

Baustelle bereits zuvor im Fokus der Behörden

Vorwürfe treffen Google nicht zum ersten Mal. Bereits Ende April führte die Finanzpolizei auf der Baustelle umfangreiche Kontrollen durch.

Damals wurden insgesamt 26 Verstöße gegen sozialversicherungsrechtliche Vorschriften festgestellt. Hinzu kamen eine gewerberechtliche Übertretung sowie vier Verstöße gegen das Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz. Die verhängten Strafen beliefen sich laut Finanzministerium auf rund 70.000 Euro.

Arbeitsinspektorat kontrolliert regelmäßig

Das Arbeitsinspektorat Linz teilte mit, dass die Baustelle beinahe monatlich überprüft werde. Die aktuell erhobenen Vorwürfe habe man bislang allerdings nicht bestätigen können.

Auch das Finanzministerium wollte sich aus „einsatztaktischen Gründen“ nicht näher äußern.

Google selbst hatte erst vor wenigen Wochen gemeinsam mit den beteiligten Subunternehmen strengere Compliance-Regeln angekündigt. Ziel sei es gewesen, ähnliche Verstöße künftig zu verhindern.

Milliardenprojekt mit langer Vorgeschichte

Das Projekt in Kronstorf gilt als eines der bedeutendsten Infrastrukturvorhaben im österreichischen Technologiesektor. Die Eröffnung ist derzeit für 2027 vorgesehen. Langfristig sollen laut Google rund 100 neue Arbeitsplätze entstehen.