„Ich bin Akademiker. Mir hat diese Kündigung nichts ausgemacht.“ – so argumentiert der Tatverdächtige Mann aus der Slowakei. Und weiter:“ Überhaupt bringe ihm diese ganze Sache, dieses Tamtam rund um das Rattengift im HiPP-Babybrei und seine Festnahme, nur auf die Palme. Diese Ermittlungen sind ein Rohrkrepierer!“ Das lässt der Beschuldigte über seinen Strafverteidiger – der renommierte Wiener Jurist Manfred Arbacher-Stöger stattete seinem Neo-Mandanten Montagfrüh in der Justizanstalt bereits einen Besuch ab –ausrichten. Wer die Vergiftung oder gar den Tod von Babys, Kindern oder älteren Personen in Kauf nahm, indem er sechs Gläschen Babybrei „Karotten mit Kartoffeln“ Rattengift beimengte, sei dem Familienvater ein absolutes Rätsel.

Beweislast ist erdrückend

Immer mehr Details im „Giftfall HiPP“: Die Polizei wertet GPS-Daten aus dem Range Rover des Tatverdächtigen aus. Im Gegenzug stellt stellt der Verdächtige seine Smartwatch zur Verfügung, um seine Unschuld zu beweisen. Der anscheinend gut situierte  39-jährige, bestreitet jeden Zusammenhang seiner Person, mit Gift und Erpressung des Familienunternehmens in Deutschland zu tun haben. Dass er im Februar unter den 26 gekündigten Mitarbeitern in der österreichischen HiPP-Niederlassung in Gmunden (OÖ) war, ist irrelevant, sagt der Ex-Manager. Die Gift-Gläser wurden in Supermärkten in Tschechien, dem Burgenland und in der Heimat des geschiedenen Arbeitslosen sichergestellt. Nach wie vor konnte eines der vergifteten Gläschen noch nicht sichergestellt werden. Von Rohrkrepierer kann anscheinend keine Rede sein, die Ermittler der „Soko Glas“-Ermittler haben ihre Hausaufgaben gemacht, die Beweislast ist anscheinend erdrückend. Fünf Tage lang wurde der Verdächtige in seiner Luxus Wohnung mit Seeblick observiert, bevor die Handschellen klickten. Gleich ums Eck sind die Hipp Gläser auch gekauft worden, die danch vergiftet in Umlauf gebracht wurden.

Slowake hat Verteidigungsstrategie

Er will mit seiner Smartwatch beweisen, dass er sich nie in Brünn oder in der Nähe eines der Tatorte aufgehalten hat. Die Polizei steuert gegen und wertet die GPS Daten aus dem beschlagnahmten Range Rover aus. Ebenso wurden große Mengen an Rattengift in der Wohnung des Beschuldigten sichergestellt. „Dafür gibt es aber eine ganz klare Erklärung meines Mandanten“, sagt Arbacher-Stöger. In seinem slowakischen Heimatort betreibe er eine Landwirtschaft. Und da brauche man eben des Öfteren auch Gift, um der Rattenplage Herr zu werden. Was das Rattengift dann aber in der Salzburger Wohnung zu suchen hatte, bleibt ungeklärt. Die Haftprüfung erfolgt noch heute und wird über das weitere Schicksal des Tatverdächtigen entscheiden.