Die Universität Münster baut die islamische Theologie damit zu einem eigenständigen Fachbereich aus. Als Fakultät erhält sie das Recht, ein eigenes Forschungsprofil sowie ein eigenständiges Lehrangebot zu entwickeln. Darüber hinaus kann sie Prüfungsordnungen selbst verantworten. Die neue Einrichtung geht aus dem bereits bestehenden „Zentrum für Islamische Theologie“ (ZIT) hervor. In einer Pressemitteilung bezeichnet der Universitätspräsident Prof. Dr. Johannes Wessels die Gründung als einen „Meilenstein für die islamische Theologie“.

Die neue islamische Fakultät soll am Campus der Theologien und Religionswissenschaften in der Hüfferstraße in Münster beheimatet sein.

Dekan ist Vertreter des liberalen Islam

Gründungsdekan der neuen Islam-Fakultät ist Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, der geschäftsführende Direktor des ZIT. Er hat seit 2010 die Professur für Islamische Religionspädagogik inne, vertritt ein liberales Islamverständnis und fordert die Befreiung des Islams von Dogmen, Unterdrückungsmechanismen und einem autoritären Gottesbild.

Khorchide schrieb in der Vergangenheit unter anderem für die konservative Kontrad-Adenauer-Stiftung und kritisierte die Etablierung bevormundender Traditionen im Islam. Zudem veröffentlichte er gemeinsam mit dem Islamkritiker Hamed Abdel-Samad die Streitschrift „Zur Freiheit gehört, den Koran zu kritisieren“, in der beide unter anderem über Gewalt und Friedfertigkeit im Islam sprechen.

Der reguläre akademische Betrieb der Fakultät soll im Wintersemester 2026/2027 aufgenommen werden, sobald alle Gremien besetzt sind. Laut Wessels werden acht Professuren finanziert, unter anderem für Islamische Geschichte, Ethik und Philosophie. Die Mittel dafür stammen vom Land Nordrhein-Westfalen.

Untergebracht werden soll die Fakultät auf dem neuen Campus der Theologien, der derzeit entsteht. Dort sollen islamische, katholische und evangelische Theologen künftig unter anderem Bibliothek und Mensa gemeinsam nutzen.

Kritik in den sozialen Medien

Während Politiker wie Lamya Kaddor (Grüne) die Einrichtung der Fakultät auf Instagram als historischen Schritt und „starkes Signal“ bezeichnen, hagelt es Kritik unter einem Video des lokalen Münsteraner Nachrichtenformats „up2date“, das die Eröffnung der neuen Fakultät thematisiert.

In den Kommentaren machten viele Nutzer ihrem Ärger Luft. Einige schrieben, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, andere befürchten eine Radikalisierung an der Fakultät.

Die Nachrichtenseite hat die Kommentarfunktion unter dem Video mittlerweile deaktiviert und schreibt: „Leider ist es zu vielen Hasskommentaren auf unterstem beleidigenden Niveau gekommen, sodass wir die Kommentarfunktion in diesem Beitrag ausgestellt haben.“

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partner-Portal NiUS erschienen.„Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit, sed do eiusmod tempor incididunt ut labore et dolore magna aliqua. Ut enim ad minim veniam, quis nostrud exercitation ullamco laboris nisi ut aliquip ex ea commodo consequat.“