Rund zehn Stunden lang zog die Menschenmenge durch das Zentrum der iranischen Hauptstadt. Schwarz gekleidete Trauernde warfen Blütenblätter auf den Sarg Chameneis, während immer wieder Parolen gegen Amerika und Israel durch die Straßen hallten. Auf einem Lastwagen wurden neben Chameneis Sarg auch die Särge von vier Familienangehörigen transportiert, die gemeinsam mit ihm bei einem US-israelischen Luftangriff getötet worden waren.
„Tötet Trump“
Besonders drastisch waren die Botschaften auf zahlreichen Plakaten und Transparenten. „Tötet Trump“, „Es wird Blut fließen“, „Auge um Auge“ und „Keine Verhandlungen“ war darauf zu lesen. Auf einem weiteren Plakat waren Donald Trump, Benjamin Netanyahu, J. D. Vance und Pete Hegseth in Gewehrvisieren abgebildet. Teilnehmer verbrannten US-Flaggen und bewarfen eine Werbetafel mit dem Bild Trumps mit Steinen. Besonders martialisch war ein Ruf aus der Menge: „Wir wollen kein Abkommen, wir wollen den Kopf von Trump.“
„Natürlich wollen wir Rache“
Viele Trauernde machten aus ihrer Wut keinen Hehl. Eine etwa 30-jährige Iranerin erklärte, es sei das „gute Recht“ der Menschen, Rache zu fordern, nachdem ihr Anführer in seinem Haus gemeinsam mit Familienmitgliedern getötet worden sei, schreibt die Nachrichtenagentur AFP.
Mehr als 20 Millionen Teilnehmer
Die iranischen Behörden sprachen von mehr als 20 Millionen Teilnehmern an der Prozession. Externe Schätzungen gingen hingegen von mehreren Hunderttausend Menschen aus. Die Bevölkerung war zuvor dazu aufgerufen worden, massenhaft zu erscheinen und damit nach wochenlangen Bombardements ein Zeichen der Geschlossenheit gegenüber den USA und Israel zu setzen. Die Beerdigung wurde damit zu weit mehr als einer Trauerfeier: Sie geriet zur gewaltigen Machtdemonstration des iranischen Regimes – begleitet von Rache-Rufen, Todesdrohungen und der unmissverständlichen Botschaft, dass die Wut auf Amerika und Israel noch lange nicht verraucht ist.

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