Schütz begründet ihre Kandidatur mit den tiefgreifenden Veränderungen der österreichischen und internationalen Medienlandschaft sowie mit der Verantwortung, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in einer Phase wachsender gesellschaftlicher Polarisierung und wirtschaftlicher Herausforderungen strategisch neu auszurichten.
„Der ORF ist eine der wichtigsten demokratischen Institutionen unseres Landes. Gerade in unruhigen Zeiten braucht es einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der unabhängig, wirtschaftlich solide, technologisch modern und zugleich nahe an den Gebührenzahlern bleibt“, erklärt Schütz. Der Rundfunk müsse seine Größe und öffentliche Finanzierung künftig stärker rechtfertigen – „nicht durch Erklärungen, sondern indem er täglich zeigt, dass er gebraucht wird“.
Unabhängige Kandidatur
Ihre Kandidatur versteht Schütz ausdrücklich als unabhängig. „Ich bin keine Kandidatin der Bundesregierung oder der Koalition, ich bin keine Kandidatin von Freundeskreisen oder einzelner Gremien. Ich bin die Kandidatin der Zuseherinnen und Zuseher und der Gebührenzahler“, betont sie.
Den „sauberen ORF“ verbindet Schütz vor allem mit der Unabhängigkeit der Gremien. Sie spricht sich für einen deutlich verkleinerten Stiftungsrat ohne Regierungs- und Parteivertreter aus. Gleichzeitig kündigt sie an, Privilegien innerhalb des Hauses abbauen zu wollen: Sonderverträge, Sonderzulagen und intransparente Zusatzleistungen sollen reduziert, Spitzengehälter begrenzt und nachvollziehbar gestaltet werden.
Einen wirtschaftlich geführten ORF verknüpft Schütz mit fairem Wettbewerb am Medienstandort Österreich. In Zukunft können öffentliche Mittel aus ihrer Sicht nicht ausschließlich dem ORF vorbehalten sein, sondern unter klar definierten Kriterien auch privaten Medien offenstehen, die einen öffentlich-rechtlichen Auftrag erfüllen. „Ich kenne sowohl die Herausforderungen privater Medienhäuser als auch die Verantwortung eines öffentlich finanzierten Mediums. Der ORF muss den digitalen Wandel entschlossen gestalten, junge Zielgruppen zurückgewinnen und gleichzeitig seinen gesetzlichen Bildungs- und Informationsauftrag glaubwürdig erfüllen“, so Schütz.
Programm mit Österreich-Bezug stärken
Den „ORF für die Gebührenzahler“ will sie mit einem klaren Österreich-Bezug im Programm stärken – durch heimische Produktionen, Kultur, Sport und regionale Nähe. Auch die Finanzierung des ORF müsse langfristig abgesichert und transparenter gestaltet werden. Ziel sei es, den ORF „wieder stärker als verbindende Kraft der Republik zu positionieren – mit Transparenz, Qualität und einem klaren Fokus auf Zukunftsfähigkeit“.
Die exxpress-Herausgeberin verweist dabei auf ihre langjährige Erfahrung an der Schnittstelle von Medien, Wirtschaft, Recht und Politik. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften absolvierte sie einen Bachelor of Business Administration mit Schwerpunkt Finance an der Southern Methodist University in Dallas. Sie war unter anderem als Rechtsanwältin sowie in internationalen Wirtschafts- und Beratungshäusern tätig und übernahm Verantwortung in mehreren Aufsichtsratsfunktionen, darunter bei der Volksbank Wien sowie bei Unternehmen des ÖBB-Konzerns. Politische Managementerfahrung sammelte sie als stellvertretende Kabinettschefin in drei Ministerien sowie im Regierungsverhandlungsteam für den Bereich Justiz.
Besonders hervor hebt Schütz ihre unternehmerische Erfahrung beim Aufbau eines digitalen Medienunternehmens. Mit der Gründung und Entwicklung von eXXpress habe sie erfahren, „wie schwierig, aber auch wie notwendig es ist, Medien in einem hochkompetitiven digitalen Umfeld wirtschaftlich tragfähig und publizistisch relevant zu führen“.
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk stehe vor entscheidenden Jahren, betont Schütz weiter. Digitalisierung, internationale Plattformkonkurrenz, steigender Kostendruck und ein wachsender Vertrauensverlust gegenüber klassischen Medien machten tiefgreifende Reformen notwendig. Alle Vorschläge seien rechtlich, budgetär und sozialpartnerschaftlich sauber umzusetzen.
„Der ORF braucht keine ideologischen Grabenkämpfe, sondern professionelle Führung, wirtschaftliche Disziplin und den Mut zur Modernisierung“, erklärt Schütz abschließend.

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