Bislang setzte Meta vor allem auf textbasierte Angaben wie Geburtsdaten oder Profilinformationen, um minderjährige Nutzer zu identifizieren. Doch künftig geht das System deutlich weiter.

Eine moderne KI untersucht nun auch Inhalte von Fotos, Videos und Kommentare. Tauchen auf Bildern etwa Hinweise auf Kindergeburtstage, Ballons, Kuchen oder Glückwünsche zum elften Geburtstag auf, stuft das System das Konto als potenziell minderjährig ein.

Wird der Verdacht bestätigt, kann das Profil gelöscht oder automatisch in einen streng regulierten Jugendmodus verschoben werden.

Teenager-Konten sollen Inhalte stärker einschränken

Besonders betroffen sind Nutzer zwischen 13 und 17 Jahren, die sich bei der Registrierung älter gemacht haben.

Meta analysiert dafür auch Verhaltensmuster. Die KI beobachtet beispielsweise, welchen Accounts Nutzer folgen, wie sie sich auf der Plattform bewegen oder welche Inhalte konsumiert werden.

Erkennt das System Hinweise auf falsche Altersangaben, werden die Konten automatisch in sogenannte „Teen-Konten“ überführt. Dort gelten deutlich strengere Schutzmechanismen.

Gewaltinhalte oder sensible Beiträge werden stärker eingeschränkt, Kontaktmöglichkeiten reduziert und zahlreiche Funktionen automatisch limitiert.

EU erhöht Druck auf Meta

Hintergrund der neuen Maßnahmen ist zunehmender politischer Druck aus Europa und den USA. Die Europäische Union wirft Meta seit Längerem vor, Kinder unter 13 Jahren nicht ausreichend von Plattformen wie Facebook und Instagram fernzuhalten.

Die EU-Kommission arbeitet inzwischen sogar an einer europaweiten Lösung zur digitalen Altersprüfung.

Besonders kritisch sehen Behörden den Umgang großer Plattformen mit Minderjährigen. Immer häufiger stehen Themen wie Suchtmechanismen, problematische Inhalte und sexualisierte Inhalte im Mittelpunkt von Ermittlungen und Gerichtsverfahren.

Zwischen Kinderschutz und digitaler Überwachung

Auch wenn die Maßnahme zum Kinderschutz für viele der richtige Weg ist, bewegt sich Meta mit der neuen KI-Offensive auf einem schmalen Grat zwischen Sicherheitsversprechen und Überwachungsdebatte.

Kritiker warnen davor, dass soziale Netzwerke immer tiefer in private Daten, Bilder und Kommunikationsmuster eindringen.