Wie Premierminister Mark Phillips mitteilte, konnten bisher 69 Menschen lebend gerettet werden. Rettungskräfte setzen ihre Such- und Bergungsarbeiten unvermindert fort.

Die Behörden hoffen weiterhin, Überlebende zu finden. Da jedoch keine vollständige Passagierliste existiert, ist noch immer unklar, wie viele Menschen sich tatsächlich an Bord befanden. (APA)

Fähre kenterte nach großer Welle

Die Fähre „MV Barima“ war am Samstagnachmittag von der Hauptstadt Georgetown in Richtung Port Kaituma unterwegs. Die Route führte zunächst entlang der Atlantikküste und anschließend flussaufwärts in die abgelegene, von Dschungel geprägte Region Essequibo.

Nach ersten Erkenntnissen wurde das Schiff in der Nacht von einer großen Welle erfasst und zum Kentern gebracht. Der 18-jährige Überlebende Wayne Kitson schilderte die dramatischen Momente nach dem Unglück. Nach seinen Angaben schliefen die meisten Passagiere, als die Fähre kenterte.

Er selbst kämpfte nach eigenen Worten rund sechs Stunden im offenen Meer ums Überleben, bevor Rettungskräfte ihn bergen konnten. Nun bangt er um seine Ehefrau und seine Tochter, die weiterhin vermisst werden.

87 Jahre altes Schiff

Besonders brisant: Nach Angaben der Schiffsdatenbank VesselFinder wurde die „MV Barima“ bereits 1939 gebaut und war damit seit 87 Jahren im Einsatz.

Ob das hohe Alter des Schiffes zum Unglück beigetragen hat, ist derzeit Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Für Guyana mit seinen rund einer Million Einwohnern ist das Fährunglück ein schwerer Schicksalsschlag. Während die Rettungskräfte weiter nach Vermissten suchen, hofft das ganze Land auf ein Wunder – auch wenn mit jeder Stunde die Chancen auf weitere Überlebende sinken.