Ein interner Bericht der katalanischen Regionalpolizei Mossos d’Esquadra sorgt in Spanien für heftige Debatten: Demnach waren Ausländer im Jahr 2025 in Katalonien für einen auffallend hohen Anteil der Festnahmen wegen schwerer Straftaten verantwortlich – obwohl sie nur rund 18,7 Prozent der Bevölkerung stellen.
Besonders brisant sind die Zahlen bei Eigentums- und Gewaltdelikten: 84,3 Prozent der wegen Diebstahls Festgenommenen waren Ausländer, ebenso 73 Prozent bei gewalttätigem Raub und 60,3 Prozent bei sexuellen Übergriffen. Öffentlich wurden die Daten erst durch eine parlamentarische Anfrage der rechten Partei Vox – nicht durch eine reguläre Statistik der katalanischen Regionalregierung.
Afrikaner führen die Liste an
Dem Bericht zufolge verzeichneten die Mossos allein wegen Diebstahls 6.806 Festnahmen von Ausländern und 1.269 Festnahmen von Spaniern. Innerhalb der Ausländerkategorie bildeten Personen aus Afrika mit 3.145 Festnahmen wegen Diebstahls die mit Abstand größte Gruppe, also fast die Hälfte der Gesamtzahl. Das Muster wiederholte sich bei Raubüberfällen mit Gewalt und Einschüchterung, wobei 5.335 Ausländer im Vergleich zu 1.968 Spaniern festgenommen wurden. Bei 3.899 Festnahmen handelte es sich um Verdächtige aus afrikanischen Ländern, bei 778 um Verdächtige aus Amerika. In Fällen sexueller Übergriffe verzeichnete das Dokument 1.008 Festnahmen von Ausländern gegenüber 664 Festnahmen von Spaniern. Bei Tötungsdelikten, einschließlich versuchter Tötungsdelikte, waren 55 Prozent der Inhaftierten Ausländer, heißt es in dem Bericht. Die Mossos d’Esquadra sind neben der baskischen Ertzaintza und der Policía Foral aus Navarra eine der drei völlig autonomen Regionalpolizei Einheiten Spaniens. Sie trägt die Hauptverantwortung für die allgemeine Polizeiarbeit in Katalonien, wobei die nationale Guardia Civil und die Policía Nacional nur spezifische Kompetenzen wie Anti-Terror-Einsätze und Grenzkontrollen behalten.
Linken sehen Fakten als Rassismus
Die Offenlegung hat in Spanien die Debatte über die Veröffentlichung von nach nationaler Herkunft aufgeschlüsselten Kriminalitätsdaten und über den Zusammenhang zwischen Einwanderung und Kriminalität neu entfacht. Die katalanische Regionalregierung kündigte im November 2025 an, dass sie sich für mehr Transparenz in Bezug auf Kriminalität und Nationalität einsetzen werde. Allerdings lag bis Mai 2026 kein vollständiger öffentlicher Bericht mit dem Detaillierungsgrad des durchgesickerten internen Dokuments vor. Zwei andere spanische Regionen haben bereits damit begonnen, ähnliche Zahlen zu veröffentlichen. Im Baskenland im Norden Spaniens veröffentlichte die Regionalpolizei Ertzaintza im November 2025 ihren ersten offiziellen Bericht über die Nationalität der Festgenommenen. Es stellte sich heraus, dass zwischen Januar und September 2025 64,2 Prozent der Inhaftierten Ausländer waren. Der Anteil stieg bei sexuellen Übergriffen auf 68 Prozent und bei Raubüberfällen mit Gewalt auf 77 Prozent. In der Autonomen Gemeinschaft Navarra, ebenfalls im Norden Spaniens, zwang der parlamentarische Druck die regionale Policía Foral, Zahlen offenzulegen, aus denen hervorgeht, dass Ausländer für 63 Prozent der Sexualstraftaten und 73 Prozent der Tötungsdelikte verantwortlich waren.
Die politische Debatte intensiviert sich
Vox und andere Oppositionsgruppen argumentierten, dass solche Daten systematisch veröffentlicht werden sollten und dass aggregierte nationale Statistiken Muster verbergen könnten, die für die öffentliche Ordnung und die Grenzsicherheit relevant seien. Linke Parteien und Organisationen für die Rechte von Einwanderern lehnen die Veröffentlichung von nach Nationalität aufgeschlüsselten Kriminalstatistiken seit langem ab und argumentieren, dass solche Aufschlüsselungen ganze Einwanderergemeinschaften stigmatisieren und die zugrunde liegenden sozioökonomischen Ursachen von Straftaten verschleiern könnten. Die Veröffentlichung der katalanischen Zahlen erfolgt vor dem Hintergrund breiterer europäischer Spannungen im Zusammenhang mit der Einwanderung, da die Europäische Union dabei ist, ihren im Jahr 2024 vereinbarten Migrations- und Asylpakt schrittweise einzuführen. Der Rahmen, der Umsiedlungen, Grenzverfahren und Rückführungen abdeckt, sorgte nach wie vor für Spannungen zwischen den nationalen Hauptstädten und Brüssel. Analysten haben festgestellt, dass Polizeistatistiken Festnahmen und nicht Verurteilungen messen und für sich genommen keine kausalen Zusammenhänge herstellen. Faktoren wie Alter, Geschlecht, Beschäftigungsstatus und sozioökonomische Bedingungen hängen in der Regel stärker mit der Straftatquote zusammen als nur die Nationalität.

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